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02.12.2010

Gesundheitliche Aufklärung und Web 2.0

Im Rahmen der Werkstattgespräche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Hochschulen ging es am 17. November 2010 in der RFH um das Thema "Das Web 2.0 / Social-Media: Was sind die Chancen, Risiken und Anwendungsmöglichkeiten partizipatorischer Medien für die gesundheitliche Aufklärung?"

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"Wir sind gerne Gastgeber und freuen uns auf den fachlichen Austausch mit Ihnen," begrüßte der Geschäftsführer der Rheinischen Fachhochschule, Prof. Johannes Schinke, zu Beginn die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "Werkstattgespräche mit Hochschulen".

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Prof. Dr. Elisabeth Pott (li.), Direktorin der Bundeszentrale, und Dr. Guido Nöcker (re.), Ansprechpartner für Fachpublikationen der BZgA, eröffneten die Veranstaltung und führten in das Thema ein.

Sie sehen in der Entwicklung der internetbasierten Kommunikationswerkzeuge für die Gesundheitskommunikation eine große Herausforderung, weil sich damit Verhaltensmöglichkeiten und Erwartungen der Adressaten verändern. Die Anbieter müssten auf diese Veränderungen eingehen, wenn sie nicht "abgehängt" oder "abgedrängt" werden wollten.

Status Quo und neue Möglichkeiten

Die Weiterentwicklung des Web - vom Bibliotheksmedium zum Strom individualisierter Informationen und Interaktionen - und ihre Auswirkungen für die Kommunikationsaufgaben der BZgA skizzierte Prof. Dr. Stefan Ludwigs (Fachbereich Medien der RFH).

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Diese Entwicklung bedeute für die BZgA, dass sie das traditionelle Selbstverständnis als Publizist unanfechtbarer Informationen hinterfragen und zu neuen Interaktionen mit ihren Zielgruppen finden könne, erläuterte er.

Beispiele anderer internationaler Organisationen verdeutlichten, dass dort bereits bis zu 30 % der Mittel für Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Netzwerken des Internets investiert werden.

Auch für die BZgA könnten neue Positionen in der Kommunikation ihrer Themenbereiche Drogen, Aids, Sexualtität und Kindergesundheit vorstellbar sein: als "Organisator von Diskursen" und als "Kurator verteilter Informationsquellen".

Seine Analysen hatte Prof. Ludwigs gemeinsam mit drei Absolventen des Studiengangs Mediendesign - Oliver Tepner, Jan Klaffke und Simon Bernhofen - erarbeitet.

Offene Fragen der Wissenschaft

Auf die noch ausstehende wissenschaftliche Validierung der Bedeutung des Internets für die Gesundheitskommunikation wies Prof. Dr. Heinz Bonfadelli (Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich) hin.

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Er hatte seinen Vortrag dementsprechend mit dem Titel "Zwischen Euphorie und Skeptizismus" überschrieben.

Prof. Bonfadelli präsentierte wissenschaftliche Studien und Metastudien zur Gesundheitskommunikation via Internet. Empirische Evidenzen ließen sich dort zwar in Ansätzen finden, aber nicht in dem erwarteten Ausmaß, so der Medienwirkungsforscher, der auch im Wissenschaftlichen Beirat der BZgA tätig ist.

Er erläuterte dazu u. a. die Evaluation einer 2009 in der Schweiz gestarteten Verkehrssicherheitskampagne mit dem Titel "Slow Down, Take it Easy", nach der sich die durch Online-Medien generierten Kampagnenkontakte lediglich im einstelligen Bereich bewegten, während TV-Spot und Plakate eine Erinnerung von weit über 70% erzeugten.

Beispiel einer interaktiven Kampagne

Der Mediendesigner Oliver Tepner zeigte anschließend eine internetbasierte Spendenkampagne, die seine Studiengruppe vor gut einem Jahr für die Malteser realisiert hatte.

Konzept des studentischen Projekts "sprechreiz.tv" war es, Jugendliche interaktiv in eine Internet-Talkshow mit eigenen Video- oder Tonbeiträgen eingreifen zu lassen, um auf diese Weise jüngere Menschen für Kleinspenden zu gewinnen.

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In den anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmer vor allem über konkrete Nutzungsmöglichkeiten von Web 2.0 / Social Media. Sie inventarisierten die Ziele dieses Engagements, wie zum Beispiel

und tauschten sich über gelungene Beispiele interaktiver Aktionen und Kampagnen aus.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass es nun darum gehe, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren und erste Pilotprojekte umzusetzen. Die wissenschaftliche Begleitung dieser neuen Kommunikationsvorhaben wird dabei eine nicht weniger spannende Aufgabe für die Hochschulen sein.