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07.12.2011

Vorlesungsreihe Change Management mit Axa und Bayer

Theorie und Praxis vereinen - unter diesem Motto standen drei spannende Vorträge aus der Praxis der internen und externen Unternehmensberatung. Vertreter von namhaften Unternehmen wie Axa und Bayer referierten im Studiengang Wirtschaftspsychologie.

Gastvortrag Dipl.-Psych. Kirsten Wallmichrath, meta | five GmbH, Köln

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Mit einem anschaulichen Praxisvortrag am 18.10.11 begeisterte Dipl.-Psych. Kirsten Wallmichrath, Beraterin der Unternehmensberatung meta | five in Köln, die Studierenden der Wirtschaftspsychologie. „Weg vom Schwarz-Weiß-Denken“ betitelte sie ihr Projekt, bei dem ein internationales Unternehmen ein 360-Grad-Feedback-Verfahren für seine Führungskräfte einführte. Das Besondere daran: Es gibt kein besser oder schlechter, sondern eine optimale Ausprägung einer Dimension, die aus fünf Perspektiven beurteilt wird.

Frau Wallmichrath entwickelte mit den Studierenden beispielhaft das Wertequadrat nach Schulz von Thun und erläuterte daran die Grundidee des Verfahrens: Die Dimension „Performance & Quality“ enthält im positiven Sinne das anspruchsvolle Vorantreiben von Projekten und Tätigkeiten. Dieses kann bei einer Überbetonung auch als quälendes, überforderndes Antreiben verstanden werden. Zum Ausgleich wird die Schwester-kompetenz „Innehaltende Reflexion“ benötigt, die ebenfalls mit ihrer Schattenseite, dem lähmenden Perfektionismus, einhergeht.

Der Schlüssel liegt hier in der Balance zwischen den Kompetenzen: Ein Zuviel lässt gute Ansätze „kippen“. Hierzu erhalten die Führungskräfte ein Feedback aus mehreren Perspektiven, um so ihre Führungsleistung zu optimieren.

Zum Abschluss informierte Frau Wallmichrath die Studierenden über die Möglichkeit, bei meta | five ein Praktikum zu absolvieren , was positiv aufgenommen wurde. Prof. Dr. Walbrühl dankte im Namen der Studierenden für den praxisnahen und theoretisch fundierten Vortrag.

 

Gastvortrag Dipl.-Psych. Esther Hagemann, Bayer Business Consultants, Leverkusen

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Wie Change-Projekte weltweit erfolgreich durchgeführt werden, stellte Dipl.-Psych. Esther Hagemann eindrucksvoll in ihrem Gastreferat am 18.10.11 im Rahmen der Vorlesung Change Management im Schwerpunkt Personalpsychologie vor Studierenden des 5. Semesters dar.

Die Reise um den Globus begann in China, wo der Bayer-Konzern lokale Marken akquiriert hatte, die nun in das Unternehmen eingegliedert wurden. Höhere Mitarbeitermotivation, verringerte Fluktuation und die Reduktion von Stress waren Ziele des Change-Prozesses, der u. a. mit typischen Drachentänzen, der obligatorischen Regierungsbeteiligung und einem großen Feuerwerk umgesetzt wurde. Die Botschaft war eindeutig: Bei internationalen Change-Prozessen sind lokale Gegebenheiten unbedingt zu berücksichtigen und zu integrieren.

Die zweite Station lag in Frankreich, wo in Lyon das Headquarter der Bayer Environmental Services beheimatet ist. Im Rahmen des Projekts „Change To Grow“ sollten Strategien, Prozesse, Führung und Unternehmenskultur in den Veränderungsprozess einbezogen werden, was unter Einsatz von Teamaktivitäten gelang. Jede Region, ob Südafrika oder ein europäisches Land, war gefordert, ihre Teamaktivität lokaltypisch umzusetzen, dadurch emotionale Aspekte einfließen zu lassen und gleichzeitig einen Beitrag zur Entwicklung der Unternehmenskultur zu leisten.

Die letzte Station lag in Südamerika, wo ein neues Supply Chain Management in einem Teilkonzern eingeführt wurde. „Trust“ war hier das Zauberwort, denn ohne gegenseitiges Vertrauen können neue Prozesse im Unternehmen nicht funktionieren, würden Absicherungstendenzen einzelner zu übermäßiger Lagerhaltung und damit unnötigen Kosten führen.

Die Reise um die Welt endete bei lebhafter Diskussion wieder im Seminarraum der RFH in der Schaevenstraße. Professor Walbrühl bedankte sich im Namen der Studierenden für den lebhaften und anschaulichen Vortrag, der deutlich machte: Openness regarding cultural differences is an important key to success in intercultural change management.

 

Gastvortrag Dipl.-Psych. Krischan Heberle, AXA Konzern, Köln

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Change Management ist ein wichtiges Thema im Schwerpunkt Personalpsychologie. Hierzu gewährte Krischan Heberle, Spezialist für Organisationsentwicklung im AXA-Konzern, den Studierenden am 22.11.11 einen tiefen Einblick in die Unternehmenspraxis.

Veränderungen, die durch Standardisierung, Prozessoptimierung und konsequente Kundenorientierung getrieben sind, werden vom internen Change Management von der Diagnose der Ausgangslage über die Konzeptionsphase bis hin zur konkreten Umsetzung begleitet.

Hier geht es um die Entwicklung von Unternehmensvisionen, die Konzeption von Kommunikationsprozessen sowie die Beteiligung und Qualifizierung der betroffenen Mitarbeiter. Krischan Heberle zeigte an anschaulichen Beispielen auf, wie Vorstände überzeugt und Mitarbeiter eingebunden werden.

Besonderes Augenmerk erregte der Einsatz von analogen Methoden im Change Management: Wenn Top-Manager zu Farbe und Pinsel greifen und die neue Unternehmensvision nicht nur verbal, sondern bildlich darstellen, wird dies auch für die Mitarbeiter anschaulich und begreifbar. Gleichzeitig werden alle Beteiligten ganzheitlich, also nicht nur kognitiv, sondern auch emotional, angesprochen und im Veränderungsprozess mitgenommen.

Der Vortrag regte die Studierenden zur intensiven Nachfrage und Diskussion an, die auch nach dem offiziellen Vortrag in Einzelgesprächen mit dem Referenten ihre Fortsetzung fand. Professor Walbrühl bedankte sich im Namen der RFH für die gelungene Erweiterung des Lehrplans, die möglicherweise demnächst in einer verstärkten Kooperation mit dem AXA-Konzern, z. B. im Rahmen von Praktika und Praxistransferprojekten der Studierenden, ihre Fortsetzung finden wird.


Informationen über den Studiengang Wirtschaftspsychologie