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23.03.2011

Forschungsergebnisse zur Langen Nacht der Museen

Studierende aus dem Studiengang Media Management hatten am 6. November 2010 fast tausend Besucher der Langen Nacht der Museen in Köln befragt. Nun liegen aufschlussreiche Ergebnisse vor.

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Sie stellten die Ergebnisse der Umfrage zur langen Nacht der Museen am 1. März 2011 der Öffentlichkeit vor (v.l.n.r.): Dr. Matthias Hamann (Museumsdienst Köln), Prof. Georg Quander (Kulturdezernent der Stadt Köln), Prof. Dr. Tibor Kliment (Rheinische Fachhochschule), Urban Armborst (Kulturmanager).
(Foto: Christian Rentrop)

Angewandte Forschung

Die Studierenden realisierten die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Besucherstudie als Projektarbeit, betreut von Prof. Dr. Kliment, Professor für empirisches Medienmanagement im Fachbereich Medien.

Die Methode war eine systematische Zufallsstichprobe von insgesamt 917 verwertbaren Interviews und erreichte somit knapp 5 % aller Besucher der Langen Nacht der Museen.

Befragt wurde an 12 ausgewählten Museen, die ein breites Spektrum repräsentieren von Museumstypen, Ausstellungsthemen und Besucherstruktur. Alle Museen wurden in der Auswertung gleich gewichtet. Der Befragungszeitrum erstreckte sich von 20 bis 3 Uhr.

Acht Themengebiete

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Die Befragung erstreckte sich auf die persönlichen Profile der Besucher, auf die Nutzung des Angebots sowie auf Bewertungen vonseiten der Besucher.

So entstand ein differenziertes Bild, an dem sich die bisherige Konzeption der Langen Nacht der Museen messen lassen kann.

Offenbar dient die Veranstaltung vor allem als Einladung an Erstbesucher: 88 Prozent der Befragten waren in der Langen Nacht der Museen 2010 überhaupt zum ersten Mal in einem Kölner Museum. Die Veranstaltung führt den beteiligten Museen überwiegend junge museumsaffine
Bildungsschichten zu: 86 % der Besucher verfügen über einen gehobenen Bildungsabschluss.

 

Aus den Ergebnissen der Studie

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Interesse an persönlicher Bildung und an Kunst sind die ursprünglichsten aller Motive zum Besuch eines Museums. Bei der Langen Nacht der Museen gelingt es quasi mühelos, diese Motive mit dem Bedürfnis nach Spaß, Unterhaltung und Gemeinschaft zu kombinieren.

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Bei der Befragung in den Kölner Museen vergaben interessanterweise vor allem die älteren Besucher Spitzennoten für die Lange Nacht. Dies zeigt die Gesamtbewertung der Langen Nacht nach dem Schulnotenprinzip und Alter der Besucher:

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Jüngere Zielgruppen bewerten kritischer, sie sind noch weniger "museumsaffin". Doch schon in der Hauptbesuchergruppe der 26- bis 40-jährigen entspricht die Menge derer, die mit 1 oder 2 bewerten, dem Durchschnitt.

Auch zu den konkret besuchten Museen wurden Notenbewertungen ermittelt:

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Im Käthe Kollwitz Museum Köln, im Kulturquartier am Neumarkt und in der Archäologischen Zone erhielten die Kölner Museen besonders positive Bewertungen.

Welche Auswahlmotive führten die Besucher in die jeweiligen Museen?

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Die Besucher kommen mit dezidierten Motiven zu Langen Nacht. Das heißt, sie erwarten entweder Spaß, Geselligkeit, Informationen über Kunst oder Weiterbildung. Diese Motive treten nicht gemeinsam auf.

So erwarten die Besucher sowohl beim NS-Dok. und dem Schokoladenmusem die Erfüllung ihrer Motivation "Weiterbildung". "Kunst" ist jedoch nachrangig für diese Besucher. Museum Ludwig, Museum für Angewandte Kunst, das Wallraf oder das Käthe Kollwitz Museum sind hingegen Orte, an denen sich die Besucher mit stärkerem Kunstmotiv versammeln.

Sponsoring ist willkommen

Über 80 % der Besucher sind einverstanden, dass die Sponsoren der Langen Nacht der Kölner Museen für sich und ihre Produkte werben.

Die Akzeptanz variiert aber von Museum zu Museum. So werden die Werbemaßnahmen der Sponsoren im Schokoladenmuseum, im Römisch Germanischen Museum und im Wallraf-Richartz Museum besonders gutgeheißen. Kritischer wird die Werbung eher von Besuchern im Museum für Angewandte Kunst, im NS- Dok. oder im Kulturquartier am Neumarkt gesehen.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Ein lehrreiches Projekt

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Projektleiter Prof. Dr. Tibor Kliment mit Studentinnen der Medienwirtschaft am Befragungsabend.

Für die Studierenden und ihren Professor war dieses umfangreiche Forschungsvorhaben ein bedeutsames Element des vergangenen Semesters. Wissenschaftliche Vorgehensweisen aus Vorlesung und Büchern zu kennen und dann in Form von Projektarbeiten konkret von Anfang bis Ende umsetzen zu lernen, gehört zum Konzept des Studiengangs Media Management.