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12.12.2011

Auszeichnung für Gewinner des RFH-Hospital-Innovation-Preises 2011

Die zunehmend begrenzten Ressourcen und die stetig wachsenden Anforderungen an die Patientensicherheit stellen Krankenhäuser vor immer neue Herausforderungen. Der Hospital-Innovation-Preis 2011 soll innovative Projekte fördern, die Optimierungspotenziale im Bereich der Patientensicherheit kristallisieren.

Unter den zahlreichen Projekten wurden auf der MEDICA 2011 gleich zwei erste Preise vergeben. Den ersten Platz teilt sich das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit seinem Projekt zur „Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit durch Kombination von Unit-Dose-Versorgung mit Stationsapothekern“ mit dem Projekt des St. Franziskus-Hospital Münster zum Thema „Etablierung einer Pharmazeutischen Aufnahme zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus“. Mit dem dritten Preis zeichnete die Jury die Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH für das Projekt „Six Sigma zur Prozessoptimierung in der Schmerztherapie“ aus.

Der Hospital-Innovation-Preis wurde bereits zum fünften Mal vom Institut für Medizin-Ökonomie & Medizinische Versorgungsforschung (iMÖV) der Rheinischen Fachhochschule Köln verliehen. Die Preisverleihung fand in Düsseldorf auf dem Gemeinschaftsstand der Landesregierung Nordrhein-Westfalen auf der MEDICA statt. Die eingereichten Projektarbeiten wurden von einer interdisziplinären Jury bewertet. Ihr gehörten neben Herrn Matthias Blum, Geschäftsführer der KGNW, und Herrn Matthias Spielmann, Geschäftsführender Direktor der Schulthess Klinik Zürich, auch weitere medizinische und kaufmännische Führungskräfte aus Kliniken oder Organisationen an. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 7.000 Euro für die Fortbildung vergeben.

Das iMÖV der RFH Köln dankt der Firma Swisslog für die erstmalige Unterstützung sowie der Deutschen Gesellschaft für Klinisches Prozessmanagement e.V., die beide mit ihrem Beitrag Fort- und Ausbildungsmaßnahmen für die ausgezeichneten Teams fördern.

 

Die drei prämierten Projekte des RFH-Hospital-Innovation-Preises im Überblick

 

Erster Preis: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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Mit dem Einsatz von Apothekern auf den Stationen und der Ausgabe maschinell konfektionierter Medikamenten-Einzeldosen – dem so genannten Unit-Dose-System – wurde im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ein Modell zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit eingeführt. Zusätzlich sollen die Arzneimittelverbrauchskosten gesenkt werden. Insgesamt unterstützen sechs Stationsapotheker die Mitarbeiter vor Ort, indem sie Ärzte beraten und die verordnete Medikation über das Unit-Dose-System bestellen. Das Kombinationsmodell wird derzeit auf sieben Stationen des UKD mit steigender Tendenz verwirklicht.

Erster Preis: St. Franziskus-Hospital Münster

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Durch die zunehmende Zahl geriatrischer Patienten prüft im St. Franziskus-Hospital Münster ein besonders geschulter Fachapotheker direkt bei der Aufnahme die Patientenmedikation auf Plausibilität, Dosierung, Arzneimittelwechselwirkungen und Verträglichkeit. Die zur Aufnahme führende Erkrankung des Patienten erfordert dabei evtl. eine Anpassung der bestehenden Pharmakotherapie an die veränderte Situation. Während der ersten sechs Monate des Projekts wurden in der Pharmazeutischen Aufnahme 1842 Patienten vorgestellt und bereits in 19% der Fälle wurden dabei arzneimittelbezogene Probleme festgestellt, die durch die Intervention des aufnehmenden Klinikapothekers gelöst wurden.

Dritter Preis: Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH

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Nach einer quartalsweisen Routineauswertung der postoperativen Schmerztherapie fiel im 1. Quartal 2010 in den Thüringen-Kliniken „Georgius Agricola“ GmbH eine zunächst nicht erklärbare Steigerung der Fälle mit postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV) auf. Ziel des Projektes war es, innerhalb von drei Monaten die PONV-Rate auf Werte unter 25% zu reduzieren (im internationalen Literatur-Vergleich sind 25-33% üblich). Wenn möglich, sollte ein Mittelwert um 20% erreicht werden. Parallel sollten die Schmerzqualität sowie die Patientenzufriedenheitsindizes zumindest gleich bleiben. Die Ziele konnten im ersten Quartal der Umstellung noch nicht vollständig erreicht, jedoch die Schmerzqualität sowie die Patientenzufriedenheit verbessert werden. Als Nebeneffekt wurde eine Kosteneinsparung von 18,5% berechnet. Aktuell liegen die Thüringen-Kliniken bei einer PONV-Rate von 20,57% (Stand 30.11.2011).

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