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01.06.2011

Seid sozial kreativ!

Den Auftakt der diesjährigen Ringvorlesungen der RFH-Köln im Fachbereich Medien machte Eric Schoeffler am 24. Mai 2011 um 18 Uhr in der Wolkenburg. Dabei verwies er auf die Möglichkeiten und Stärken der sozialen Kommunikation über Marken.

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Der studierte Grafik‐Designer, Mitglied im ADC und D&AD, ist Chief Creative Officer bei DDB Tribal. Bei seinem Vortrag zeigte er auf, dass aus seiner Sicht es heute darum geht, sich auf Außergewöhnliches und die Nachhaltigkeit zu konzentrieren, und weniger darum, Bisheriges in der Markenkommunikation zu wiederholen.

Eric Schoeffler will wegkommen vom Zielgruppen-Denken und den passend gestreuten Werbeschaltungen. "Hat ein TV-Spot überhaupt noch eine Berechtigung? Wie müssen Marken heutzutage mit Menschen sprechen? ", fragt er.

Seine Sicht richtet sich darauf, wie man Menschen erreichen kann. Dabei könnten insbesondere die neuen Sozialen Medien eine andere Funktion übernehmen als die üblichen Werbemedien.

Die Menschen integrieren

Für Eric Schoeffler ist klar, dass soziale Kommunikation eigene Wege gehen und daher auch spezielle Qualitäten haben muss. Marken reden dann nicht mehr in Werbeblöcken über sich selbst, sondern bieten Menschen ungewöhnliche Erlebnisse an und können sie dadurch für die Angebote der Marken interessieren.

An mehreren Beispielen zeigte er auf, wie Kampagnen aussehen könnnen, die gezielt die Menschen integrieren und dadurch "brand networks" - Verbindungen zwischen Menschen und Marken - entstehen lassen.

Glaubwürdigkeit durch Wahrheit und Spürbarkeit

Dazu erläuterte er die Werbestrategie des schwedischen Militärs, das nicht mit zusammengeschnittenen Action-Szenen im TV um neue Rekruten wirbt, sondern mit handfesten Erlebnissen: Per Smartphone-App kann sich jedermann im eigenen alltäglichen Umfeld realitätsnahen Aufgaben stellen und dadurch selbst spüren, was ihn erwartet, wenn er sich für den Militärdienst interessiert.

Auf diese Weise würden nicht Illusionen durch spektakuläre Bilder genährt, erläuterte Eric Schoeffler, sondern könne man sich bereits im Vorfeld beim spielerischen Erleben die Herausforderungen des militärischen Dienstes bewusst machen, ohne dafür einen Kasernenhof oder ein Übungsgelände betreten zu müssen.

Durch Ernsthaftigkeit und Substanz überzeugen

Auch über Events lassen sich Kampagnen der Markenkommunikation gut anstoßen, berichtete der erfahrene Kreative. Dazu gab er Einblicke in die Schneemann-Demo gegen den Klimawandel, bei der im Januar 2010 auf dem Schloßplatz in Berlin 750 eisige Demonstranten standen. DDB realisierte die Aktion für einen Ökostromanbieter. Auch ein fundiertes Rahmenprogramm gehörte dazu.

Das Medienecho war groß: Presse, Rundfunk und Fernsehen gingen in den aktuellen Meldungen auf die Aktion ein. Und in den sozialen Medien, wo man in Blogs diskutierte und selbstgemachte Videos einstellte, wird dauerhaft an die Aktion erinnert.

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Nicht "Content is King", sondern "Conversation is King", so müsse man heute an die Fragen der Markenkommunikation herangehen. Die Botschaften von Eric Schoeffler kamen bei den Studierenden gut an. Und so folgte noch eine längere Diskussion mit ihm: Studierende und Dozenten wollten mehr wissen über die Instrumente für solche Vorhaben - und auch über die Kosten, die dabei entstehen.

"Social Creativity" legte der Kreativchef den angehenden Mediendesignern abschließend ans Herz und wich dabei auch der gundsätzlichen Frage eines jungen Medienökonomen nicht aus, ob die aktive Einbeziehung der Menschen sie nicht zu sehr für die Markenkommunikation instrumentalisiere. Diese ethische Fragestellung dürfe man nicht übersehen, sondern müsse sie bei der Konzeption des "Wie" einer sozialen Kommunikationsmaßnahme stets im Blick behalten, unterstrich er.

Mit anhaltendem Applaus endete die zweistündige Begegnung und klang in Gruppengesprächen von Studierenden und Dozenten aus.

Die Rheinische Fachhochschule Köln lädt alle Studieninteressierten für den Fachbereich Medien herzlichst zur nächsten Ringvorlesung ein!
Am Montag, 6. Juni 2011, um 18 Uhr spricht André Morys in der Wolkenburg, Mauritiussteinweg 59 in 50676 Köln, zum Thema "Der Kaufknopf im Kopf – oder: Rationalität ist eine Illusion."


André Morys ist Gründer der Web Arts AG, Betreiber von konversionskraft.de sowie außerdem als Dozent für Usability an der Fachhochschule Gießen-Friedberg tätig.

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