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30.05.2012

Organisationsentwicklung bei der SAP AG

Modell und Wirklichkeit der Organisationsentwicklung bei der SAP AG, mit mehr als 50.000 Mitarbeitern in 120 Ländern einem der erfolgreichsten deutschen Unternehmen, war der Gegenstand eines mitreißenden Vortrags vor 50 Studierenden der Wirtschaftspsychologie.

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Karl-Heinz Reitz, Vice President Talent, Leadership and Organizational Development, war der Einladung von Professor Walbrühl gefolgt und machte den Zuhörern deutlich, dass ein erfolgreiches Vorgehen bei Veränderungsprozessen bedeutet, dass sowohl formale als auch informale Strukturen, Arbeitsprozesse und nicht zuletzt die Mitarbeiter berücksichtigt werden müssen. Dies sieht das Kongruenzmodell nach Nadler & Tushman (1988) vor, das als Grundlage der Veränderungsprozesse in der SAP AG dient.

Der theoretische Rahmen wurde beispielhaft an einem aktuellen Veränderungsprozess mit ehrgeiziger Zielsetzung angewendet. Gemeinsam mit den Zuhörern erarbeitete Herr Reitz wichtige Ansatzpunkte und stellte beispielhaft einige Tools aus seiner Arbeit vor. Mitarbeiterqualifikation und -zufriedenheit stehen dabei genauso im Fokus wie Kundenzufriedenheit und Führungsqualität, wobei Führung als der wichtige Erfolgsfaktor gelungener Veränderungsprozesse herausgestellt wird.

Nach Rowland (2009) ist der sogenannte Masterful-Ansatz, der vom Vertrauen der Führungskraft zu ihren Mitarbeitern geprägt ist, neben dem emergenten Ansatz der erfolgreichste Stil, um Veränderungen in komplexen Systemen erfolgreich umzusetzen. Ein direktives Vorgehen mit allzu klaren Vorgaben zeigt sich hingegen nur bei Veränderungen von geringem Umfang erfolgreich.

Herr Reitz zeigte auch durch sein eigenes Auftreten, was man mitbringen muss, um Veränderungen in einem Unternehmen erfolgreich zu gestalten, das mit seinen IT-Programmen in den letzten 40 Jahren deutliche Veränderungsimpulse in viele andere Unternehmen gebracht hat. Neben Fachkompetenz ist hier Persönlichkeit gefragt. Die Zuhörer waren von der Zusammenführung theoretischer Ansätze und praktischer Vorgehensweisen begeistert und beteiligten sich so intensiv an der Diskussion, dass der vorgesehene Zeitrahmen deutlich überschritten wurde.

Informationen zum Studiengang Wirtschaftspsychologie an der RFH