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18.11.2013

Vom Oscar-Preisträger bis zum Vater der Maus – Top-Kreative beim Forum Mediendesign

Der Studiengang Mediendesign hatte am Samstag, 9. November 2013, zum 7. Forum Mediendesign ins Museum Ludwig eingeladen. Den ganzen Tag nahmen sieben Kreativgrößen aus Design, Werbung und Medien und rund 600 Besucher in Vorträgen und einem Workshop das zentrale Zauberwort aller Kreativen unter die Lupe: die Idee. Unter dem Motto „Heading“ (Kreativübersetzung für Kreativblockaden) widmete sich die Veranstaltung dem wahrscheinlich wichtigsten Rohstoff der Branche. Dabei stellt die Idee an sich eine (theoretisch) unerschöpfliche Ressource da, wobei alles davon abhängt, die richtige Idee zur richtigen Zeit zu bekommen und richtig umzusetzen.

Eröffnungsredner war der Designer Prof. Andreas Uebele. Er gab in hohem Tempo, garniert mit Humor und Leichtigkeit, tiefe Einblicke in die Vielzahl seiner Arbeiten. Dabei erzählte er herrliche Geschichten und ließ die Zuschauer im vollbesetzten Saal hautnah an seinen Kreativprozessen teilhaben. Sein Credo: Es gibt keine Idee und keine Blockade. Ein wahrer Genuss für Freunde guter Typografie und ästhetischer Gestaltung.

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Den krönenden Abschluss bildete ein lebendes Idol: Armin Maiwald, der Vater der Sachgeschichten der „Sendung mit der Maus“. Er setzte sich mitten auf die Bühne und erklärte dem mucksmäuschenstillen Auditorium, wie man trotz vieler Widerstände zur Umsetzung einer guten Idee gelangen kann. Dabei betonte er, dass eine Idee je nach wirtschaftlicher, politischer oder ökonomischer Wetterlage in die eine oder auch ganz entgegengesetzte Richtung laufen kann – immer vorausgesetzt, man gibt dieser Idee Raum und Zeit, sich zu entwickeln.

Ein Besucher fasste es zusammen: „Zwei Vorträge, wie sie unterschiedlicher, aber auch – jeweils für sich betrachtet – besser kaum sein können: gut vorbereitet, eindringlich, zum Thema, anregend, mitreißend.“

Kreative Breitseite gegen „Heading“

Dazwischen ging es Schlag auf Schlag: Hermann Waterkamp (Chef von Leagas Delaney) hielt eine erfrischende Präsentation und zeigte vielfältige, authentische Arbeiten seiner Werbeagentur, wobei ausgerechnet das kleinste der vorgestellten Projekte (Followfish) den größten Eindruck hinterließ. Seine Botschaft: Eine gute Idee kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis von gründlicher Sachkenntnis und Verstehen.

Stefan Weil (Kreativchef bei Atelier Markgraph) erklärte auf unkonventionelle Art, wie er die Riffe der Kreativblockaden elegant umschifft und zu mutigen Ansätzen, ungewöhnlichen Lösungen und neuen Sichtweisen kommt. Das Ganze untermauerte er mit Beispielen seiner räumlichen Inszenierungen – hier konnten insbesondere die Studierenden eine Menge mitnehmen.

Marco Spies (Interaction Designer & Markenberater) zeigte in seinem Vortrag einfache und konkrete Beispiele und legte dar, wie mit gutem Design Kreativblockaden unterschiedlicher Art durchbrochen werden können – präzisiert durch sieben Leitsätze für die tägliche Praxis.

Dann zündete Christian Vogt, Chef von Pixomondo, ein visuelles Feuerwerk: Er demonstrierte mit rasanten Filmszenen und beeindruckenden Animationen die Vorgehensweise bei seiner Arbeit und erklärte u. a., wie und warum sein Unternehmen mit herausragender Kreativarbeit und globalen Workflows die Oscar-gekrönten Spezialeffekte für den Kinofilm „Hugo Cabret" liefern konnte.

Der Produzent und Filmemacher Hermann Vaske nahm die Ideenkiller ins Visier und untersuchte die Betablocker der Kreativität. Dazu ist er um die ganze Welt gereist und hat zahlreiche Wissenschaftler, Künstler und Personen der Zeitgeschichte zum Thema Kreativität befragt. Zu Wort kamen auf der Leinwand des Filmforums unter anderem der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles, Stararchitekt Daniel Liebeskind, Hirnforscher Wolfgang Singer, Björk, Marilyn Manson, David Bowie, Oliviero Toscani, Stephen Hawking und Christo.

„Inspirationen für ein ganzes Jahr“

Neben den Vorträgen erwiesen sich die Gespräche und Kontakte dazwischen als eine wichtige Anregungs- und Energiequelle für den eigenen Kopf und die eigene Arbeit. Den ganzen Tag über gab es im Foyer – wie jedes Jahr Anfang November – eine Ausstellung von gestalterischen Arbeiten und kreativen Projektergebnissen aus dem Studiengang Mediendesign zu sehen. Die Resonanz der Besucher fiel ausnahmslos positiv aus und „Heading“ dürfte nach diesem Tag mit vielen, facettenreichen Eindrücken zunächst kein Thema mehr sein. „Heute nehme ich wieder Inspirationen für ein Jahr mit nach Hause“, sagte eine Besucherin am Abend.

„Wir hatten mit „Kreativblockaden“ ein sehr wichtiges Thema, das jeden Kreativen betrifft. Dazu kamen in diesem Jahr Referenten aus ganz unterschiedlichen Design-Disziplinen, die das Thema aus differenzierten Blickwinkeln angegangen sind“, resümiert Prof. Martin Teschner, Manager und Organisator des Forums. „Die Besucher haben den Tag als außerordentlich inspirierend erlebt, nicht zuletzt durch die offensichtlichen Kontraste der dargelegten Positionen. Am Ende war klar: Angst vor „Heading“ ist unbegründet. Das haben auch die Studierenden bewiesen: Standen sie zu Beginn der Vorbereitungen noch wortwörtlich mit dem Kopf vor der Blockade-Wand, haben sie den „Heading-Knoten“ gekonnt durchschlagen und eine wunderbare Kampagne entwickelt. Bei der Organisation und Durchführung des Forums sind sie dann zu professioneller Hochform aufgelaufen, haben alles mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail vorbereitet und gestaltet – insgesamt ein toller Job.“

Für viele entscheidende Dinge im Leben gibt es keine Patentrezepte. Folgt man den vielen erfahrenen Rednern, so gibt es dies für die Idee schon: „Mut zu sich selbst und Intuition, Freiräume und Muße wie auch Recherche, Analyse und Fleiß und nicht zuletzt die Unermüdlichkeit, jede Variante zu probieren – dies waren die Zutaten, die für das Entstehen einer Idee genannt wurden. Und nun darf jeder selbst entscheiden, ob er in die Branche tief eintaucht oder abtaucht. Der Cocktail jedenfalls ist nun bekannt“, so Prof. Marie-Susann Kühr, Studiengangsleiterin des berufsbegleitenden Studiums.

„Wichtig ist vor allem, dass man das Seine findet und sich dem mit ganzem Herzen verschreibt“, ergänzt Prof. Dr. Stefan Ludwigs (Studiengangsleiter Vollzeit). „Auf der Bühne war deutlich zu spüren, dass da Perfektionisten stehen, die ihren Job lieben. Das ist doch eine tolle Vision für den Zugang zur Designwelt für unsere Studenten.“

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Wissenschaft und Praxis

Studieren im Dialog von Theorie und Praxis ist kennzeichnend für den RFH-Bachelor-Studiengang Mediendesign, der sowohl als Vollzeit-Studiengang (Regelstudienzeit 6 Semester) als auch in berufsbegleitender Form (Regelstudienzeit 7 Semester) angeboten wird.

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