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14.11.2014

Design prägt – Kreative, Künstler und Kämpfer reden Klartext

Der Studiengang Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln hatte am 8. November 2014 zum 8. Forum Mediendesign eingeladen. 700 Besucher und 6 Sprecher aus ganz Deutschland verbrachten einen spannend vollgepackten Tag im Museum Ludwig. Unter dem Motto „Design prägt“ konnte sich ein breites Publikum aus Kreativen und Designbegeisterten die Energietanks auffüllen, die Köpfe auf Hochtouren bringen und die Herzen richtig schnell schlagen lassen.

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Zu Beginn des Forums präsentierte Nancy Birkhölzer, Kreative und Managing Partner bei IXDS Berlin, inspirierende Einblicke in die Arbeit ihrer Agentur. Ihre Botschaft: Die voranschreitenden Technologien und das Web sind zwei Dinge, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Designer können aktiv beeinflussen, wie die Zukunft aussehen soll und müssen dafür alte Gewohnheiten und Muster überdenken.

Der 2014 mit „Room on the Broom“ für den Oscar nominierte Trickfilmregisseur Jan Lachauer thematisierte die Welt des Kinderfernsehens und gewährte auf sehr sympathische und anschauliche Weise spannende Blicke hinter die Kulissen und in den Entstehungsprozess seines Films.

„Das Schöne an einer Zeichnung ist, dass man etwas schafft, was vorher nur in der Phantasie vorhanden war.“ Prof. Felix Scheinberger zeichnet, seit er denken kann, und hat auch heute noch meistens ein Skizzenbuch dabei, um mit geschwind gezücktem Bleistift Ideen sofort festzuhalten, wenn sie aufblitzen. „Neue Ideen kann man nicht einfach googeln oder fotografieren“, sagte der gegenwärtige deutsche „Skizzier-Papst“ (Design Made in Germany) in seinem Vortrag, „aber man kann sie sehr gut zeichnen.“

Witz und Irritation

Die Konferenz war bunt und vielfältig wie immer. Einen wunderbaren Höhepunkt markierte der Künstler Jim Avignon, „der schnellste Maler der Welt“ (wie er sich selbst augenzwinkernd nennt), der die Schule des Lebens lernte und mit aberwitzigen Aktionen im Kunstbetrieb kreative Unruhe stiftete. In seinem Talk gab Jim Avignon keine praktischen Ratschläge, wie man seine Karriere optimiert oder die Konkurrenz aus dem Rennen schlägt. Stattdessen erklärte er sehr unterhaltsam an anschaulichen Beispielen seines Werkes, wie man selbst aus beruflichen Katastrophen noch kreatives Potential ziehen kann und warum die Lücken im Lebenslauf am Schönsten sind. Und auch hier die Botschaft: Ein Bleistift, ein Blatt Papier und eine gute Idee – mehr braucht prägendes Design nicht.

In seinem Vortrag stellte Florian Pfeffer sein Buch „To Do – Strategien, Werkzeuge und Geschäftsmodelle für radikale Gestaltung“ vor und gab Einblicke in die Themen dahinter. Für ihn übertragen sich die gesellschaftlichen Wandlungen, die sich oft in einem Wechsel von zentralistischen in dezentral strukturierte Systeme zeigen, auch auf das Design. Das Design oder der Designer kann hier eine prägende Rolle spielen, gerade im Hinblick auf die soziale Verantwortung.

Den Schlussakkord setze Tobias Grimm, Kreativgeschäftsführer der Werbeagentur Jung von Matt aus Hamburg. Die Arbeit seiner Agentur setzte er als kreative „Kriegsführung im Kampf um Aufmerksamkeit, Kunden und Marktanteile“ in Szene. Die These: Nur wer bereit ist, Grenzen zu überschreiten, Bestehendes zu hinterfragen und zu erneuern, wird erfolgreich sein. Als kreativer Kämpfer entwarf er einen ungeschminkten und martialischen Blick auf die Welt des Marketings und der Werbung. Vielen Studierenden gefiel es, Praktikumsplätze bei JvM erfreuten sich anschließend starker Nachfrage.

 

Ein visuell berauschender Tag

Während des Tages stellten die Studierenden des Studiengangs Mediendesign ihre Projekte aus. Am Vormittag wurden auch in diesem Jahr in Kooperation mit den Kölner Kreativagenturen denkwerk und Pixelpark gut besuchte Workshops für den kreativen Nachwuchs veranstaltet. Um die Zukunft prägender Gestaltung müssen wir uns keine Sorgen machen …

„Ein pralles, breit aufgestelltes Programm, eindringliche Botschaften und ein visuell berauschender Tag mit hohem fachlichen Anspruch – die Resonanz war durchgängig positiv“, fasst Prof. Martin Teschner, Manager und Leiter des Forum Mediendesign, den Tag zusammen. „Mein Dank gilt allen, die mitgemacht haben – insbesondere den Studierenden, die diese Veranstaltung durch ihr sehr hohes Engagement professionell über die Bühne gebracht haben.“

„Auch in diesem Jahr hat mich die Mischung aus Futuristen, Werbeprofis und Künstlern total begeistert, „ergänzt Prof. Dr. Stefan Ludwigs (Studiengangsleiter Vollzeit). „Mediendesign ist nun einmal mehr als schöne Gestaltung und Dienstleistung. Es braucht wilde Ideen, Mut, innere Werte und Liebe zur Arbeit. Das alles begegnet einem auf dem Forum in unglaublich dichter Weise. Damit erweist sich das Forum immer wieder als Orientierungsplattform für die eigene Haltung und Ausrichtung als Designer, als Studierender, als Lehrender.“

Das 9. Forum Mediendesign wird am 7. November 2015 im Museum Ludwig in Köln stattfinden. Mehr Infos gibt es ab September 2015 unter www.forum-mediendesign.de.

 

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