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10.09.2014

Qualifizierungssemester für angehende Ingenieurstudierende

RFH startet Pilotprojekt

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Vizepräsident Prof. Dr. Karl-Heinz Brockmann und Fachlehrerin Claudia Landgraf bei der Begrüßung der ersten Teilnehmer am Qualifizierungssemester

„Die heutigen Studienanfänger haben immer größere Probleme in Mathematik!“ Solche oder ähnliche Klagen hörte man von Hochschuldozenten in den letzten Jahren immer häufiger. „Und die Hochschulen müssen dann ausbaden, was an den Schulen versäumt wird!“

Defizite in der schulischen Ausbildung? Mag sein. Was aber in der Diskussion vielfach zu kurz kommt, ist der Blick auf die tiefgreifenden Veränderungen unserer Bildungslandschaft. Das deutsche Bildungssystem wird immer durchlässiger und führt dazu, dass es neben dem klassischen Hochschulzugang über Abitur oder Fachabitur mittlerweile weitere Wege zum Studium gibt. Beispielsweise über eine berufliche Qualifikation, ganz ohne (Fach-)Abi.

Und genau da beginnt für manche Ingenieurstudierende das Problem. Viele beruflich Qualifizierte haben die Schule nach der 10. Klasse verlassen. Weiterführende Schulkenntnisse, die von den Hochschulen erwartet und bisher auch zu Recht vorausgesetzt wurden, haben sie nie erlangt. Und da insbesondere die Ingenieurwissenschaften sich in vielen Bereich der mathematischen Terminologie bedienen, wird genau dies zur vielfach unüberwindlichen Hürde. Gerade im Ingenieurstudium reicht es eben nicht, „irgendwie“ die Mathematikprüfung zu schaffen in der Hoffnung, dann diesbezüglich seine Ruhe zu haben. Das Ingenieurstudium steht möglicherweise auf der Kippe, bevor es richtig begonnen wurde.

„Deutschland gehen die Ingenieure aus!“ Wie passt das alles zusammen? Jedenfalls nicht durch Klagen über vermeintliche oder tatsächliche Missstände. Wir müssen andere Wege gehen, und ein Ansatzpunkt liegt darin, beruflich Qualifizierte zu fördern. Und solche, deren Schulzeit schon sehr lange zurückliegt und die über ein berufsbegleitendes Studium eine neue berufliche Perspektive suchen.

Genau das hat sich die Rheinische Fachhochschule Köln auf ihre Fahne geschrieben. Das Konzept ist hierzulande neu und kann damit zu Recht als Pilotprojekt angesehen werden:

Zum soeben begonnenen Wintersemester starten 15 angehende Ingenieurstudierende ins neu eingerichtete „Qualifizierungssemester“, das u. a. aus Mitteln der Patricia-Carstens-Stiftung finanziert wird. Ein ganzes Semester lang, an zwei Abenden in der Woche und an Samstagen, sollen sie fit gemacht werden in Mathematik, Physik und technischem Deutsch. Mit Claudia Landgraf wurde eigens eine erfahrene und kompetente Fachlehrerin eingestellt, die sich um den akademischen Nachwuchs kümmert. Die bewusst gering gehaltene Teilnehmerzahl gewährleistet eine intensive Betreuung und lässt ein bestmögliches Ergebnis erwarten.

Bestmöglich hieße dann, wie RFH-Vizepräsident Prof. Brockmann bei seiner Begrüßung sagte, „dass ich Ihnen allen in ein paar Jahren Ihre Bachelorurkunde überreichen darf – darunter vielen, die unter bisherigen Voraussetzungen nur geringe Chancen darauf gehabt hätten.“

Wir werden dieses Projekt aufmerksam verfolgen und zu späterer Zeit weiter darüber berichten.

 

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