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25.06.2014

Wie Internet, neue Fertigungstechnologien und Services jeden zum Produzenten machen können

Stehen wir vor einer nächsten industriellen Revolution? Mit dieser Frage beschäftigt sich Alexander Speckmann, Diplom-Ingenieur und Mitbegründer der DingFabrik in Köln. In seinem Vortrag informierte er am 18.06.2014 in der Rheinischen Fachhochschule die interessierten Zuhörer darüber, wie das Drucken von Gegenständen in drei Dimensionen beinahe jeden zum Produzenten machen kann.

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„Computer: Tee!“

Die Erfindung des 3D-Druckers lässt nicht nur Star-Trek-Fans vom sogenannten Replikator träumen, der uns auf Knopfdruck alles – sogar eine Tasse Tee – aus dem Nichts heraus materialisiert. Vielleicht ist ja der 3D-Druck der erste Schritt in diese Richtung.

Beim 3D-Druck, so Speckmann, handle es sich um ein sogenanntes generatives Druckverfahren. Auf Basis eines 3D-Modells baue der Drucker Schicht für Schicht den vorgegebenen Gegenstand auf. Der Vorteil dieses Verfahrens sei unter anderem, dass kein Materialverlust zu Stande kommt. Möglich sei der 3D-Druck mit vielen verschiedenen Materialien wie Metall, Sand oder sogar Lebensmitteln. Am häufigsten genutzt werde ein Verfahren zum Verbauen von Kunststoff, die sogenannte Fused Filament Fabrication (FFF).

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Alexander Speckmann

Obwohl der 3D-Druck für jedermann bislang vor allem für die Herstellung von Prototypen genutzt wird, zeigte Alexander Speckmann, wie vielfältig heute schon die Anwendungen sind. So wurden bereits Autos und eine Stradivari-Geige gedruckt, es können Körperteile wie zum Beispiel Ohren produziert werden oder auch Prothesen für Menschen mit Amputationen. Selbst Betonwände können bereits in 3D-Druckverfahren aufgebaut werden.

Die Vielfalt der Anwendungen führte die Zuhörer des Vortrags schnell zum „Buzzword“ des Abends: die Maker-Bewegung. Hierunter versteht man eine besondere Art der Do-it-yourself-Kultur. Anhänger wie Speckmann sind fortgeschrittene Bastler, die sich in sogenannten FabLabs organisieren. FabLabs sind – wie die von Speckmann gegründete DingFabrik – einfach zugängliche Werkstätten, in denen sich Bastelfans und „Maker“ treffen, um Dinge zu produzieren. Die Zielgruppe der Dingfabrik sind laut Speckmann Bastler, Techies, Heimwerker, Designer und Künstler.

Auf die Frage, ob nun auch der 3D-Drucker ein „Maker“ sei, antwortete Speckmann mit einem klaren Nein. Die 3D-Drucker seien jedoch ein hervorragendes Werkzeug für ambitionierte Maker: Sie ermöglichen dank der kostenfrei zugänglichen Software für digitale Entwürfe quasi jedem, zum Produzenten zu werden. Somit seien 3D-Drucker der erste Schritt weg von der Massenproduktion hin zur Massenpersonalisierung.

Alexander Speckmann schloss seinen Vortrag mit einer Aufforderung: Bisher sei die Maker-Szene vorrangig von Technikbegeisterten dominiert, daher gäbe es noch viel Spielraum für pfiffige Ideen und tragfähige Geschäftskonzepte.


Der Vortrag fand im Rahmen der vom Fachbereich Medien organisierten Vorlesungsreihe „Being Mensch in der Digitalmoderne“ statt.

 

3D-Druck an der RFH

Auch die RFH verfügt übrigens über einen 3D-Drucker. Das Institut für Werkzeug- und Fertigungstechnik bietet Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten 3D-Modelle aus Kunststoff drucken zu lassen. Weitere Infos gibt es auf der Institutsseite.

 

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