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30.05.2014

Vortrag Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth: Transmediales Storytelling

Harry Potter, Herr der Ringe, Crysis, Iron Sky – alles multimediale Werke, die man zunächst in einem Vortrag eines erfahrenen Universitätsprofessors, Baujahr 1955, nicht unbedingt erwartet. Doch von der ersten Minute an fesselte und überraschte Prof. Dr. Freyermuth seine Zuhörerschaft der Rheinischen Fachhochschule Köln. Eingeladen von der Organisatorin der Ringvorlesung, Frau Prof. Katja Butt, hielt Prof. Dr. Freyermuth am 21.05.2014 einen Vortrag über die Entstehung, die Eigenschaften und die Bedeutung transmedialer Erzählwelten.

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Portale zu fiktionalen Welten statt Fensterbilder

Der Vortrag startete mit der Darstellung der ersten fünf Thesen, die die aktuelle Entwicklung transmedialer Erzählungen in einen historischen Kontext einordneten. So bestehe laut Freyermuth eine jahrhundertelange Sehnsucht nach der Verbindung der Medien untereinander, mit ihrer Umwelt und mit ihrem Publikum. Möglich geworden sei diese Verbindung durch die Basisinnovation der Digitalisierung. Darüber hinaus habe sich die mit der Industrialisierung etablierte Verschriftlichung schnell als ungenügend herausgestellt.

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Im zweiten Teil seines Vortrags erläuterte Freyermuth die Bedeutung des in der Transmedialität so wichtigen Weltenbaus. Computerspiele und andere Trans-Medien seien nicht mehr nur „Fensterbilder“, sondern Portale in eine fiktionale Welt, die der Mensch nach seinem Willen mitgestalte. Hieraus ergebe sich ganz automatisch eine distribuierte Autorenschaft: In unserer partizipativen Gesellschaft gebe es daher immer weniger Raum für echte Copyrights.

Schließlich kam Prof. Dr. Freyermuth zu dem Schluss, dass transmediale Erzählungen zu einer doppelten Gamifizierung führen. Die Bedeutung digitaler Spiele in der Gesellschaft steige und zugleich würden Elemente dieser Spiele auch in anderen, kulturellen Funktionen verstärkt eingesetzt.

 

Über den Vortragenden

Professor Dr. Gundolf S. Freyermuth lehrt seit 2014 das Fach „Media and Game Studies“ an der Cologne Game Lab sowie das Fach „Angewandte Medienwissenschaften“ an der Internationalen Filmschule in Köln. Der Deutsch-Amerikaner verfügt über eine beeindruckende Expertise in den Bereichen Journalismus, Pädagogik, Mediendesign und IT. Er selbst sieht seinen heutigen Schwerpunkt im Bereich Digitale Audiovisualität. Seine zehn Thesen können im Buch „Organisierte Phantasie: Medienwelten im 21. Jahrhundert – 30 Positionen“ nachgelesen werden.

 

Nächster Termin

Der Vortrag von Prof. Gundolf bildete den Auftakt der vom Fachbereich Medien organisierten Vorlesungsreihe "Being Mensch in der Digitalmoderne". Am Mittwoch, den 18. Juni um 18 Uhr wird Alexander Speckmann, Gründer der Dingfabrik in Köln, zum Thema "MAKER: Die nächste große Internetrevolution?" referieren.

 

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