Startseite »  Aktuelles »  Meldungen »  2015 »  Big Data aus drei Perspektiven
 
 

22.06.2015

Big Data aus drei Perspektiven

Auch in diesem Semester veranstaltete die Rheinische Fachhochschule Köln eine öffentliche Ringvorlesung. Die dreiteilige Vortragsreihe „Bigger! Smarter! Better?“ beschäftigte sich mit Big Data – einem Themenkomplex, der Hoffnungen und Ängste zugleich schürt. Organisiert wurde die interdisziplinäre Veranstaltung von den Fachbereichen Medienwirtschaft, Mediendesign und Wirtschaftsinformatik.

BigData_Referenten_500.png

In drei Fachvorträgen wurde Big Data aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Sandra Rendgen, Kunsthistorikerin und Buchautorin, präsentierte die Sicht des Mediengestalters. Sie machte klar, wie groß die Verantwortung des Designers ist, komplexe Daten nicht nur hübsch, sondern auch schnell erfassbar und richtig darzustellen. Die zweite Sichtweise, die des Sicherheitsexperten, vertrat Dr. Lars Fischer vom Lehrstuhl für IT-Sicherheitsmanagement der Universität Siegen. Die Perspektive der Unternehmen, die die zur Verfügung stehenden Daten für zielgruppengerechte Werbung nutzen, wurde von Dhyan Borghoff, Targeting Solution Manager bei nugg.ad, erläutert.

 

Sandra Rendgen:
Zu schön, um wahr zu sein? Datenvisualisierung in Zeiten von Big Data

Die Ziele von Infografiken können ganz unterschiedlicher Natur sein: Es kann um reine Information oder auch Bildung gehen, Infografiken können unterhalten oder sie können zu Marketingzwecken überzeugen. Infografiken können auch Tatsachen dokumentieren oder den Konsumenten durch interaktive Elemente teilhaben lassen. Die große Herausforderung ist die schier gigantische Datenbasis, die im Big-Data-Zeitalter zur Verfügung steht. Sarah Rendgen zeigte, wie komplex Infografiken sein können und wie wichtig es ist, bei der Erstellung solcher Grafiken an den Konsumenten zu denken. Denn neben der eleganten designtechnischen Umsetzung ist besonders die schnelle Erfassbarkeit durch den Rezipienten wichtig. In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem die Frage geklärt, welche Fachbereiche bei der Erarbeitung komplexer Infografiken eine Rolle spielen. Sarah Rendgen machte deutlich, dass hier ein Zusammenspiel von Programmierern, Redakteuren und Designern besonders zielführend ist.


 

Dr. Lars Fischer:
Denn sie wissen nicht, was sie sind: Das Selbstbild in einer vernetzten Welt

Big Data bedeutet unter anderem, dass Unternehmen Daten über Personen sammeln, um diese zu kommerziellen Zwecken einzusetzen. Aber was sagen eigentlich die Personen dazu und wie steht es um die Sicherheit der Daten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Vortrag von Dr. Lars Fischer. Er stellte die Frage, welche Privatheitsziele ein jeder hat, der sich im Web bewegt und dort Dinge von sich und seinem Umfeld veröffentlicht. Auch wies Fischer auf das Strukturproblem des Internets hin, in dem es zentrale „allmächtige“ Knotenpunkte gibt, sogenannte Single Points of Failure. Als Alternativen wurden mit den Zuhörern zum Beispiel das Web of trust und die sogenannte WebID diskutiert. Als Fazit zog Fischer: Die Daten-Authentizität in der digitalen Welt gehört zur Selbstbestimmung eines jeden – eine Tatsache, die jedoch vielen Internet-Nutzern erst noch bewusst werden muss.


 

Dhyan Borghoff:
Wie gut kennen Sie Ihre Zielgruppe: Smarte Daten für crossmediale Werbung

Trotz der kontrovers diskutierten Sicherheitsfragen ist Targeting im Online-Marketing ein Wachstumsmarkt. Dhyan Borghoff sprach darüber, wie Unternehmen mit ausgeklügelten Zielgruppentechnologien Kunden präzise erreichen können. Am Anfang steht immer die Analyse des Surfverhaltens von Personen im Internet. Auf dieser Datenbasis wird ein anonymes Nutzerprofil erstellt. Dieses wird durch Online-Meinungsumfragen, in denen Informationen zu Soziodemographie und Konsumverhalten abgefragt werden, ergänzt. Auf den so erhobenen Daten findet dann das sogenannte Behavioral Targeting statt. Es hat das Ziel, online dem Konsumenten möglichst individuell relevante Werbung zu zeigen. Hier wird also ganz klar ein Nutzen von Big Data deutlich. Neben Werbung können mit Targetingtechnologien auch Inhalte ganzer Websites individuell gesteuert werden. So kann beispielsweise die Website eines Reiseziels, basierend auf den Targeting-Daten, zuerst Aktivitäten für Familien, für Paare oder für Singles anzeigen – je nachdem, welcher Zielgruppe der Besucher zugeordnet wird.


 

Alle drei Vorträge der Ringvorlesung fanden großen Anklang beim Publikum aus Dozenten, Studenten sowie externen Besuchern und endeten mit angeregten Diskussionen. Die Vortragsreihe machte klar: Big Data ist ein umfangreiches und vielversprechendes Thema für verschiedene Fachbereiche, das jedoch immer auch mit einem kritischen Auge betrachtet werden muss.

 

Sie haben Fragen zum Studium an der RFH Köln? Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder eine E-Mail.

Hier klicken

Wenige Schritte zu Ihrer Bewerbung

Hier klicken