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16.04.2015

Industrie 4.0

Industrie 4.0 – dieser Begriff prägt momentan und auch zukünftig unsere Gesellschaft. Er umfasst, dass unser Konsumverhalten und die darauf abgestimmten Produktions- und Logistikketten durch verstärkte Digitalisierung der Medien und vieler „althergebrachter“ Geschäftsmodelle revolutioniert werden. Doch was genau ist mit diesem Begriff gemeint und was bedeutet das für uns?

Wir als Konsumenten brauchen nichts weiter zu tun, als die Angebote des Handels anzunehmen oder abzulehnen, je nachdem, ob unser persönliches Einkaufsverhalten vereinfacht wird oder nicht.

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Produktion, Handel und Logistik jedoch, zusammengefasst in den Industriegütern, müssen sich den Erwartungen der Konsumenten anpassen. Nur wer die Anforderungen zukünftig erfüllt und Kundenbegeisterung auslösen kann, wird im harten, globalen Wettbewerb bestehen können.
Eine klare Strategie für ein „digitalisiertes Geschäftsmodell“ wird in vielen Unternehmen erforderlich sein, um überhaupt im Markt bleiben und erfolgreich sein zu können.

Die Rheinische Fachhochschule Köln greift das Thema Industrie 4.0 auf und versucht, den – derzeitigen oder künftigen – Gestaltern von digitalisierten Geschäftsmodellen und Industrie 4.0 Unterstützung zu bieten. Dazu gehört als ein Baustein eine Fallsammlung, die unterschiedliche Facetten des vielschichtigen Schlagworts aufzeigen soll. Hier finden Sie erste Ergebnisse einer Umfrage der Think Company, des VDE-Verlags und der Rheinischen Fachhochschule unter Mitwirkung von Prof. Dr. Linus Schleupner, in der die Kernthemen der Automatisierung und Datenverarbeitung, des Maschinenbaus und der produzierenden Unternehmen ausgewertet wurden.

Trendstudie 2014

Einschätzung und Erwartungen der Automatisierungshersteller


Hintergrund

Alle reden von Industrie 4.0. Aber keiner weiß wirklich, was die betroffenen Unternehmen und Experten darüber denken. Dieses Dilemma sollte eine Studie ändern, welche die Think Company, der VDE-Verlag und die Rheinische Fachhochschule unter Mitwirkung von Prof. Dr. Linus Schleupner realisierten.

Im Rahmen des ersten Teils des Projekts wurden insgesamt 80 Hersteller von Automatisierungstechnik zu ihrer Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Themas sowie ihrer eigenen, weiteren Planungen befragt. Für die ebenfalls durchgeführten Befragungen von Maschinen- und Anlagenbauern sowie Anwenderunternehmen zum gleichen Thema sind jeweils separate Ergebnisberichte in Vorbereitung.

Die Fertigung wird dynamischer, die Automatisierung anspruchsvoller

In der Fertigung steht aus Sicht der Befragten die mit der Mass Customization notwendig werdende, schnellere Anpassung der Produktion an unterschiedliche Produkt-Varianten an vorderster Stelle. Hierfür sind insbesondere Informationen über den aktuellen Status aller Produktionsbereiche in Echtzeit notwendig, damit es nicht zu Überbeständen kommt oder wichtige Komponenten fehlen. Daneben steht als Top-Trend Nummer 3 die kurzfristige Anpassung der Kapazitäten an Marktschwankungen im Fokus. Aus Sicht der Automatisierer verlangt der Fertigungsbereich also zukünftig nach Lösungen, für die das ‚Prinzip Industrie 4.0‘ wie geschaffen scheint.

Und die Automatisierungsindustrie stellt sich hierauf ein: Die größten Herausforderungen der nächsten Jahre sehen die Automatisierer

  • in der Komplexität integrierter Lösungen
  • in immer schnelleren Innovationszyklen
  • im zunehmenden Fachkräftemangel


Erst an vierter Position folgt mit dem Preisdruck der Einkäufer ein kommerzieller Aspekt.

Nach Ansicht der Hersteller wird sich die Branche auch in Zukunft in diese Richtung weiterentwickeln und immer neue Produkte für immer anspruchsvollere Applikationen auf den Markt bringen – nicht zuletzt forciert durch den Trend hin zu Industrie 4.0.

IT goes Automation

Industrie 4.0, das ist die Verknüpfung unterschiedlichster Informationen aus Produktion, Unternehmenssteuerung, Absatzkanälen und weiteren Quellen. Und das wiederum ist eine klassische IT-Domäne. Kein Wunder also, dass die befragten Unternehmen in diesem Zusammenhang den Bereich (industrielle) IT besonders betroffen sehen. Damit einher geht ebenfalls ein Wandel des Marktes. Denn zur Realisierung der Lösungen wird das Thema Kooperation weitaus deutlicher als bisher in den Fokus rücken. Kleinere Hersteller werden nur durch Spezialisierung überleben können. Doch die weitaus wichtigste Konsequenz für den Gesamtbereich der Fertigungssteuerung ist der Eintritt neuer, branchenfremder (IT-)Unternehmen in einen immer noch vorwiegend hardwaregetriebenen Markt. Nach Einschätzung der Automatisierer wird dies dem Markt zusätzliche Dynamik geben und zu ganz neuen Geschäftsmodellen führen.

Jedem sein Standard

In einer gemeinsamen Umfrage von VDMA-, ZVEI- und Bitkom-Mitgliedsunternehmen wurde die Standardisierung als größte Herausforderung zur Umsetzung von Industrie 4.0 genannt. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der Industrie-4.0-Trendstudie, in der das Thema Standardisierung zu den drei wichtigsten Herausforderungen im Fertigungsbereich zählt.

Nach Einschätzung der Automatisierer wird es dabei allerdings nicht einen einzigen, sondern gleich mehrere Standards geben: Nur ein knappes Drittel der Befragten erwartet hier ein monopolistisches Zukunftsszenario. Alle anderen gehen von branchen- oder sogar herstellerspezifischen Standardisierungslösungen aus.

Zeit, sich vorzubereiten

In etwa 8 bis 9 Jahren werden Industrie-4.0-Lösungen zum allgemeinen Standard gehören. Wer dann mit entsprechenden Produkten am Markt präsent sein will, muss sich bereits heute darauf vorbereiten. Denn nicht ob, sondern allein wann sich diese Technologie durchsetzt, ist dabei die Frage: Nur 2% der Automatisierer sind der Ansicht, dass dies ‚in 20 Jahren oder später‘ bzw. ‚nie‘ passieren wird.

Für die Automatisierungsunternehmen selbst hat dieses Thema derzeit noch eine unterdurchschnittliche Bedeutung, die jedoch in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird. Auch ansonsten ist man nicht untätig: Die meisten der befragten Firmen sind bereits Mitglied einer Industrie-4.0-Initiative bzw. haben eine Mitgliedschaft geplant.


Den Bericht mit detaillierten Studienergebnissen erhalten Sie beim VDE-Verlag:
Ansprechpartnerin ist Frau Kerstin Grzechnik, Tel: 069 – 840006-1380, E-Mail: grzechnik@vde-verlag.de


Für weitergehende Informationen zum Projekt oder Vortragsanfragen wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Linus Schleupner, E-Mail: Linus.Schleupner@rfh-koeln.de



 

Symposium „Industrie 4.0 konkret“ am 18. Juni 2015

Darüber hinaus wird das Thema in Form eines Auftakt-Symposiums „Industrie 4.0 konkret“ am 18. Juni 2015 aus unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt und – vor allen Dingen – diskutiert. Dabei soll es explizit auch um greifbare, eben konkrete Anforderungen und Lösungen gehen, die im Bereich Industrie 4.0 bereits erarbeitet wurden und zu denen Erfahrungen vorliegen. Diese Veranstaltung soll nicht als abschließende Zusammenfassung des Themas dienen, sondern im Gegenteil den Auftakt zu einem regen und regelmäßigen Austausch zwischen Unternehmen und Hochschule dienen.

Interessierte Unternehmen aus Produktion, Handel und Logistik laden wir ein, am 18. Juni 2015 mit uns über die Anforderungen, notwendigen Veränderungen und Zukunftsaussichten zu diskutieren.

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie demnächst auf der RFH-Homepage.

 

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