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01.07.2015

„Ist das Hemd zu groß? Erfahrung und Management“ – Welche Bedeutung hat die Ressource „Erfahrung“ in der Unternehmensnachfolge?

Der Abend war geprägt von großer Offenheit und Aufmerksamkeit. Der ARD-Moderator Johannes Büchs wollte wissen: Wie gelingt der Balanceakt zwischen neuen Ideen und wertvollen Erfahrungen vor dem Hintergrund einer Unternehmensnachfolge. Und wie findet ein Erfahrungstransfer statt? In einer lebendigen Diskussion gaben die Kölner Wirtschaftsjunioren und jungen Unternehmensnachfolger Julian Röder (Sander) und David Stammel (Bestbion dx) – gemeinsam mit ihren Vätern Rolf Röder und Bernd Stammel – einen sehr persönlichen Einblick in Erfolge und Misserfolge, Probleme und Wünsche im Transfer von Erfahrung in der Unternehmensnachfolge innerhalb eines Familienunternehmens. Prof. Dr. Martin Wortmann und Dr. Werner Bruns stellten vorweg das neu gegründete Europa-Institut für Erfahrungswissen der RFH vor. In Zusammenarbeit mit europäischen Hochschulen unterstützt METIS mit intelligenten Methoden einen Wissens- und Erfahrungstransfer und wird eine Didaktik des Erfahrungstransfers in Unternehmen entwickeln.

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Die beiden Unternehmensnachfolger sind beide jung und haben schon viel Verantwortung. Julian Röder leitet bereits das operative Geschäft. Sein Vater Rolf Röder arbeitet sehr viel weniger als früher und ist vor allem beratend im Unternehmen Sander tätig, einem Full-Service-Mediendienstleister mit Geschichte und Renommee. David Stammels Vater Bernd hat mit etwa sechzig Jahren noch ein Unternehmen gegründet: Bestbion dx ist ein erfolgreiches Unternehmen im Vertrieb innovativer klinisch-medizinischer Diagnostik. Die Bedingung war, dass seine Kinder mit einsteigen und die Firma irgendwann ganz übernehmen. Jüngst haben sie die Geschäftsführung übernommen.

So verschieden diese Ausgangsituation auch ist, so ähnlich sind die Erfahrungen mit der Erfahrung. Beide schätzen ihre Väter als Vorbilder und Ratgeber und haben sie auf beruflicher Ebene noch einmal ganz neu kennengelernt. Denn die Verbindung von Beruf und Privatleben ist nicht leicht zu vereinen. Sehr viel Wohlwollen und Vertrauen spielen bei beiden eine Rolle, aber auch Emotionen sind im Spiel. „Kann man eine Sache nicht mehr pragmatisch lösen, wird es emotional“, erklärt Vater Rolf Röder. „Das Schwierigste ist, sich durchzusetzen, gerade wenn es um Strukturen oder Mitarbeiter geht“, erklärt er weiter. „Der erste Onlineshop ging in die Hose“, gesteht Julian Röder. Sein Vater hatte ihm davon abgeraten. Für Ideen hat er aber immer gekämpft. Und einige davon sind entscheidend für den weiteren Erfolg des Unternehmens. David Stammel möchte, dass sein Vater noch viele Jahre lang diese hervorragende Netzwerkarbeit leistet, gepaart mit dem enormen Wissen in der Mikrobiologie. Auch das macht einen sehr großen Teil des Erfolgs des Unternehmens aus. „Diese Erfahrung macht meinen Vater nur schwer ersetzbar. Und das will ich auch gar nicht. Nur die Geschäftsführung würde ich gerne bald selber übernehmen“, sagt David Stammel.

Empathie, Geduld, Freiräume, Vertrauen und ein ständiger Lernprozess – das alles sei wichtig für den Transfer von Erfahrung. Da waren sich alle einig. Deutlich wurde, dass der Faktor „Erfahrung“ viel Gesprächsstoff liefert. Nach der Veranstaltung tauschten sich noch viele Gäste und Podiumsteilnehmer über das Thema „Erfahrung und Management“ aus. Das Europa-Institut METIS will daher das Verständnis für die Wirkung von Erfahrung im unternehmerischen, zivilgesellschaftlichen und verbandspolitischen Bereich vertiefen, um den Nutzen von Erfahrung zu steigern.

Die Diskussionsrunde wurde von der RFH in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Köln e.V. ausgerichtet und fand statt im Rahmen des Themenjahres „Älter – Bunter – Kölner. Gesellschaft im Wandel“ der Kölner Wissenschaftsrunde.

 

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