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05.11.2015

Kölner Design Preis: RFH-Absolventinnen erhalten Anerkennung

Zum achten Mal wurde der Kölner Design Preis – die mit 15.000 Dollar Preisgeld höchst dotierte Auszeichnung dieser Art für Abschlussarbeiten unter den Kölner Kunst-, Film- und Designhochschulen – verliehen. Gleich sechs RFH Absolventen mit drei Arbeiten zählten zu den Nominierten für die innovativsten Abschlussarbeiten; alleine diese Tatsache ist in Fachkreisen als Auszeichnung zu werten. Sabine Jeleniowski und Annika Fecke haben darüber hinaus mit ihren Abschlussarbeiten „Barrierefreie Internetseiten für Blinde und Sehbehinderte“, betreut von Prof. Dr. Martina Joisten, bei der feierlichen Preisverleihung im Museum für Angewandte Kunst (MAKK), eine „Anerkennung“ mit Urkunde verliehen bekommen. Die Ausstellung „Kölner Design Preis“ ist noch bis Sonntag, 22. November, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, zu sehen.

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Das Thema von Sabine Jeleniowski und Annika Fecke ist so wichtig wie aktuell. Obwohl schon seit 1990 gesetzliche Regelungen bestehen, sind immer noch 95% aller Webseiten weltweit entweder komplett unzugänglich oder beinhalten Hindernisse und Stolpersteine an denen Sehbehinderte leider heute noch oft scheitern. Ein prominentes Beispiel ist das soziale Netzwerk facebook. Die Webseite macht es Nutzern von Screenreadern schwer, die Struktur der Seite zu verstehen. Der Nachholbedarf ist groß. Um Webdesigner bei der Erstellung von barrierefreien Webseiten zu unterstützen, haben die beiden Frauen ein umfangreiches Regelwerk verfasst, dessen Ziel es ist, das sonst sehr technische und komplexe Thema, möglichst verständlich, strukturiert und informativ zu vermitteln.

Um dieses Regelwerk zukünftig nutzbringend an Webdesigner weiterzuvermitteln und alle Informationen frei zur Verfügung stellen zu können, wurde ein interaktiver Leitfaden in Form einer Webseite entwickelt. Diese beinhaltet anschaulich alle Regeln mit interaktiven Beispielen und Erklärungen, Praxistipps und Handlungsempfehlungen und bietet Webdesignern die Möglichkeit, Informationen nachzuschlagen und sich jederzeit weiterbilden zu können. Darüber hinaus wurde ein Redesign-Ansatz für facebook erstellt, der Barrierefreiheit in das aktuelle Design der Webseite integriert, um zu zeigen, dass bereits kleine Änderungen für Blinde und Sehbehinderte einen großen Unterschied bedeuten würden. Hierfür wurden Farben, Abstände und Schriftgrößen optimiert und zusätzliche Einstellungen für mehr Barrierefreiheit in die persönlichen Profileinstellungen integriert.

Sabine Jeleniowski und Annika Fecke, die bei der Preisverleihung nicht dabei sein konnten, da sie nach ihrem Bachelorabschluss an der RFH im Studiengang Mediendesign im Masterstudium Auslandserfahrung sammeln möchten, haben sich sehr gefreut über die Anerkennung: „Es liegt uns besonders am Herzen, dass wir mit unserer Thesis langfristige Veränderungen erreichen. Wir möchten ein Bewusstsein für blinde Computernutzer schaffen und sicherstellen, dass zukünftig auch im Internet das Thema Gleichberechtigung ernst genommen wird.“ Ein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Martina Joisten, Prof. Karen Nennen sowie Julia Hinke und Alina Bakhtyar für die tatkräftige Unterstützung bei Planung, Aufbau und Aufsicht.

Tilman Commes und Christian Kaufmann waren mit ihrem Filmbeitrag "Die Übersetzung von Bildsprache zu Filmsprache am Beispiel von Edward Hopper“ ebenso unter den RFH Nominierten wie Raphael Schumacher und Sebastian Kortmann. Das "Großereignis Fußball" ist eine dokumentarische Studie zur Anziehungskraft eines gesellschaftlichen Phänomens. Durch die Methode der visuellen Datenerhebung sowie der Interaktion mit dem Feld erschlossen die beiden Themen wie beispielsweise "Emotion und Tradition im Fußball" als auch "Fußball aus sozio-kultureller Perspektive". Kortmann und Schumacher haben die Arbeit im Studiengang Mediendesign zusammen verfasst und nach dem Studium die Firma SNTFLUT gegründet. Sie steht u.a. für emotionale Foto- und Videoreportagen. www.sntflut.de

Der Kölner Design Preis, an dem sich sechs Hochschulen mit 29 Arbeiten beteiligten, wurde von der Dr. R. G. Winkler-Stiftung in diesem Jahr zum achten Mal ausgelobt und zählt mit insgesamt 15 000 Dollar zu den am höchst dotierten Designpreisen. Er würdigt herausragende Abschlussarbeiten von Design-Studiengängen an Kölner Hochschulen sowie den renommiertesten internationalen Design-Hochschulen. Der Preis ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Design-Nachwuchses sowie zur weiteren Profilbildung Kölns als Designstandort von internationaler Bedeutung.

Diesjährige Jurymitglieder waren Dr. Petra Hesse (Direktorin des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK), Claudia Neumann (Managing Director Neumann-Communication), Nils Holger Moormann (Geschäftsführer Nils Holger Moormann GmbH), Stephan Ott (Chefredakteur „Form“), Prof. Ralf Sommer (Professor für Konzeptdesign, Hochschule für Bildende Künste Hamburg) und Ulrich Soénius (Geschäftsführer IHK Köln, Designpreis International).

Der 15-minütige Abschlussfilm "Herman the German" von Michael Binz erhält den 1. Platz. Der 28-jährige Kölner erzählt aus dem Leben eines eindeutig schrägen Mitarbeiters des Kampfmittelräumdienstes und spielt dabei mit der überstilisierten Darstellung deutscher Klischees und dem Bild der Deutschen im Ausland. Mit dem zweiten Platz wurde Simone Fahrenhorst für ihr sozial engagiertes Projekt „Promemo“ ausgezeichnet. Sie entwickelte in Form eines Erste-Hilfe-Koffers einen Ratgeber, der Familien und Betreuer von Demenz-Erkrankten ermutigen soll, die neue Lebensphase gemeinsam mit dem Patienten zu meistern. Mit ihrer Website „Sound of Schopenhauer“ gewann Franziska Hemel für die Gestaltung den dritten Platz. Die RFH gratuliert allen Nominierten und Gewinnern.

 

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