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16.06.2015

Reha-Technik aus dem 3D-Drucker: iWFT unterstützt Jugend-forscht-Projekt

Eine beachtliche Leistung: Die Schüler Simon Heesen, Felix Reuter und Gernot Sümmermann haben einen interaktiven Rehabilitationshandschuh entwickelt, der für mehr Motivation und eine korrekte Ausführung beim Physiotraining nach einer Handverletzung sorgt.

„Die Rehabilitation der Finger nach einem Unfall oder einem Schlaganfall ist besonders für Jugendliche ein langwieriger Prozess, der bisher durch monotone Bewegungen realisiert wird. In unserem Jugend-forscht-Projekt haben wir uns der Fragestellung gewidmet, wie wir diesen Rehabilitationsprozess mithilfe moderner Technik effektiver und motivierender gestalten können“, erklärt Simon Heesen.

Handschuh_200.png

Die drei Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums haben eine Technologie entwickelt, die aus zwei miteinander verbundenen Komponenten besteht: Ein Teil ist für die motorische Abfolge der Bewegungen zuständig und ein zweiter für die psychologisch motivierende Wirkung. Der erste Teil ist eine tragbare Konstruktion für die Hand, sie setzt sich aus einem Handschuh und einem 3D-gedruckten Motorblock zusammen. Diese überträgt Bewegungsabläufe, z. B. spezifische Griffe, von einem Computer auf die eigenen Finger. Mithilfe dieser konkret erfahrbaren Impulse wird eine vielfache Unterstützung der Übungsabläufe erzielt. Die psychologisch motivierende Wirkung entsteht durch die zweite, visuelle Komponente: Durch eine Virtual-Reality-Brille wird eine von den drei Gymnasiasten eigens gestaltete 3D-Umgebung realitätsnah erfahrbar. In dieser werden die sonst eintönigen Bewegungsabläufe mit einer motivierenden Funktion verknüpft. Durch diese Motivationssteigerung lässt sich die Effektivität der Behandlung erhöhen, da Übungen regelmäßiger und gewissenhafter ausgeführt werden.

Motorenblock_200.png

Für die Entwicklung des Motorblockes haben die Schüler einen eigenen 3D-Drucker genutzt. Für den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Leverkusen Ende März musste allerdings ein professionell gedrucktes 3D-Modell her. Im Internet sind sie auf das Institut für Werkzeug- und Fertigungstechnik (iWFT) der RFH gestoßen, das die technischen Umsetzungsmöglichkeiten für einen professionellen 3D-Druck besitzt. „Nach einer freundlichen Kontaktaufnahme mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter und Dipl.-Ing. Herrn Sebastian Tietz wurden wir eingeladen, um unser Projekt vorzustellen und unser selbsterstelltes 3D-Modell drucken zu lassen“, erzählt Simon. „Wir konnten das für uns perfekt gedruckte 3D-Modell nach einer halben Woche gereinigt abholen und unsere Bauteile maßgenau einsetzen.“

Eine Woche später erreichte das Leverkusener Trio den 1. Platz beim Landeswettbewerb und konnte sich so für die Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ Ende Mai qualifizieren. Für ihren Reha-Handschuh haben sie den am höchsten dotierten Sonderpreis für eine besondere Leistung auf dem Gebiet der Technik erhalten.

Das iWFT freut sich, mit den drei jungen Tüftlern weiterhin in Kontakt zu bleiben. Die machen sich nämlich bereits Gedanken darüber, wie sich der Reha-Handschuh weiter optimieren lässt.

Die RFH sagt „Chapeau!“, gratuliert den dreien zu ihrem großen Erfolg und ist sich sicher, dass von ihnen noch Großes zu erwarten ist.

Weitere Infos finden Interessierte auf www.facebook.com/Cynteract.

 

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