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23.12.2015

Yannick Gerhardt: Interview mit dem FC-Profifußballer und RFH-Studenten

Seit dem Wintersemester 2013/14 bietet die Rheinische Fachhochschule als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland das Studienprogramm „Leistungs- und Spitzensport – Karriere hoch 2“ an. Mit individueller Beratung, Betreuung und flexiblen Studienzeiten gibt es Leistungssportlern die Möglichkeit, ein akademisches Studium neben den zeitaufwändigen Trainings und Wettkämpfen zu absolvieren. Die eigens dafür eingerichtete RFH-Stabsstelle ermöglicht die Verbindung von Studium- und Leistungssport zu einer einheitlichen Karriere. Anmeldungen für das Sommersemester sind noch möglich bis zum 15. Januar 2016. Über seine Erfahrungen als Spitzensportler und BWL-Student der RFH berichtet der Profi-Fußballer Yannick Gerhardt.

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Herr Gerhardt, Sie studieren jetzt bereits im dritten Semester an der RFH Betriebswirtschaftslehre. Wie ist Ihr Eindruck vom Studierendenleben?
 
Man wird als Fußballer oft nur auf seine sportlichen Fähigkeiten reduziert. Ich bin sehr glücklich, dass ich neben meinem Hauptberuf als Fußballer auch mal einen Einblick in das Leben eines Studenten bekomme und mich über andere Eigenschaften definieren kann. Man lernt neue Menschen kennen und wird selbständiger.

Sie sind kein normaler Student, sondern Leistungssportler und spielen in der Fußball Bundesliga für den 1. FC Köln. Ist es schwer, den Fußball-Alltag hinter sich zu lassen und sich auf Studieninhalte zu konzentrieren und umgekehrt?

Da ich durch den Fußball schon finanziell abgesichert bin, habe ich nicht so einen großen zeitlichen Druck während des Studiums. Für mich ist es wichtig neben dem Fußball einen Ausgleich zu haben. Man kommt auf andere Gedanken und lernt die wirtschaftlichen Aspekte des Fußballs besser kennen.

Welche Umstellung ist schwerer – vom Spitzenfußball an die Hochschule oder von der Hochschule in den Spitzensport?
 
Das lässt sich schwer vergleichen. Im Fußball spielt die mentale und die körperliche Belastung eine große Rolle. Im Studium ist der theoretische Lernaufwand natürlich viel höher. Bei beiden Dingen steht aber bei mir der Spaß im Vordergrund.

Die Disziplin, die der Leistungssport erfordert, ist sicher auch beim Studienaufbau hilfreich. Wie wirkt sich das aus?
 
Manchmal ist es schwer, nach einer anstrengenden Einheit die nötige Disziplin auch in das Studium zu investieren. Sehr hilfreich ist dabei, dass Daniel Schaal (Kommilitone und Spieler der U21 des 1. FC Köln) und ich uns gegenseitig unterstützen und motivieren, wenn es dem anderen gerade mal etwas schwer fällt.

Sind Dozenten und Trainer rücksichtsvoll bei kollidierenden Terminen und Absprachen?
 
In Absprache mit der RFH-Stabsstelle Leistungs- und Spitzensport und dem Verein treten wir zu Beginn des Semesters mit den Dozenten in Kontakt und bekommen genug Lernmaterial, auch für Zuhause. Außerdem versuchen wir immer passende Klausurtermine zu finden. Wenn wir in der Klausurphase gerade im Trainingslager sind, gibt es sogar für uns die Möglichkeit einen individuellen Nachschreibtermin zu finden. Das erleichtert es uns sehr, Fußball und Studium unter einen Hut zu bekommen.

Und wie geht der FC mit Ihrem Studium um?

Ich bin dem Verein und besonders dem Trainer sehr dankbar. Sie unterstützen mich im Studium und tolerieren es auch einmal, ein Training wegen einer Klausur ausfallen zu lassen.

Was sagen die Mitspieler? Ist das Thema?
 
Viele Mitspieler schätzen meine Bereitschaft, mich neben dem Fußball weiterzubilden und ein zweites Standbein aufzubauen. Vielleicht schaffe ich es ja, ein paar davon zu überzeugen, mit mir zu studieren.

Die RFH ist Kooperationspartner des 1. FC Köln für Hochschulfragen. Gibt es im Fußball einen höheren Bedarf dafür? Was halten Sie von der Kooperation zwischen Hochschulen und Vereinen und der Initiative der RFH „Karriere hoch 2“?

Da man als Leistungssportler durch die sehr flexiblen Trainings- und Spielzeiten nicht an allen Veranstaltungen des Studiengangs teilnehmen kann, ist es wichtig, dass die Hochschule Verständnis dafür aufbringt und individuelle Lösungen findet. Die Kooperation zwischen der RFH und dem 1. FC Köln erleichtert mir das Studium sehr. Da die RFH in Köln meines Wissens die einzige Einrichtung ist, die eine solche Initiative anbietet, ist es vielen Sportlern einfach nicht möglich, zusätzlich ein Studium zu absolvieren. Viele versuchen dann vielleicht ein Fernstudium. Das war für mich persönlich aber auch keine Option, da ein noch höherer Bedarf an Eigenmotivation und Selbstverantwortung erforderlich ist. Außerdem bekommt man das klassische Studentenleben nicht mit.

Neben einer guten Platzierung des 1. FC Köln in der Bundesliga stehen im kommenden Jahr die Olympischen Spiele 2016 mit der U 21-Nationalmannschaft auf dem Programm. Ihre Kommilitonen Franzisca Hauke und Dirk Wellen, die auch an der RFH studieren, sind mit ihren Hockey-Teams schon qualifiziert. Reizt Olympia eigentlich einen Profifußballer?

Ich möchte in meiner Karriere so viele Erfahrungen wie möglich machen. Brasilien an sich ist als Reiseziel schon sehr reizvoll. Wahrscheinlich komme ich da auch so schnell nicht noch mal hin. Außerdem würde ich gerne das Olympische Dorf kennenlernen und für mein Land um eine Medaille kämpfen.

Das Interview führte Ulrike Laschet (Ass. jur.) von der Stabsstelle für Leistungs- und Spitzensport der RFH Köln.

In sämtlichen an der RFH angebotenen Bachelor- und Master-Studiengängen erfahren Leistungs- und Spitzensportler eine besondere Betreuung, zum Beispiel: Beratung fach- und laufbahnspezifisch, flexible Studiengestaltung, Planbarkeit von Prüfungen durch mehrere alternative Termine pro Semester, Zusammenarbeit mit den einzelnen Studiengangsleitern und Prüfungsämtern, Urlaubssemester bei Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe/Trainingslager, Mentoring/ständiger Ansprechpartner an der RFH, Zusammenarbeit von Vereinen, Verbänden, Olympiastützpunkten und Hochschule, Teilnahme an Deutschen Hochschulmeisterschaften und Universiaden, Anerkennung und Unterstützung außergewöhnlichen sportlichen Engagements, Praktikumsbörse, Stipendienförderprogramme.

Interessierte kontaktieren die Stabsstelle für Spitzen- und Leistungssport, Ulrike Laschet, Ass. jur., Telefon: 0221 20302-764,
E-Mail:

 

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