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18.08.2016

Zweites RFH-Symposium „Industrie 4.0 konkret“

Industrie 4.0 – der Begriff steht für die vierte industrielle Revolution mit signifikanten Auswirkungen für die Wirtschaft. Durch das Internet angeführt, wachsen reale und virtuelle Welt zu einem Internet der Dinge zusammen. Eine aktive Mitgestaltung dieser Veränderungen ist notwendig. Mit dem nunmehr zweiten RFH-Symposium „Industrie 4.0 konkret“ will die RFH diesen Prozess unterstützen. So gab es im Juli wieder einen regen Austausch, Diskussionen und Erfahrungsberichte zu den besonderen Herausforderungen dieses Themas. Die RFH deckt fachbereichsübergreifend die Themenvielfalt von Industrie 4.0 in verschiedenen Studiengängen ab.

Zum Symposium waren viele Referenten und Teilnehmer auf den Campus Vogelsangerstraße gekommen. Die Vorträge deckten viele Aspekte an Herausforderungen ab, die sich für Unternehmen – insbesondere kleine und mittelständische – mit dem Begriff „Industrie 4.0“ verbinden: Von der Strategiefindung bis hin zur technischen Umsetzung wurde versucht, ein möglichst breites Spektrum zu bieten. In den Vorträgen und Diskussionen wurde klar, dass der Begriff so viele Ausprägungen aufweisen kann, dass eine einheitliche, standardisierte Lösung für die Thematik der Digitalisierung in der Produktion oder auch in Handel und Dienstleistung gar nicht möglich ist. Vielmehr muss individuell gedacht, geplant und realisiert werden, um den richtigen Weg der Digitalisierung einzuschlagen.

So zeigte Dr. Daniel Senff, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle „Plattform Industrie 4.0“ in Berlin, die beiden Extreme der Digitalisierung auf: von Industrie 4.0 im internationalen Großkonzern mit digitalisierten Prozessen rund um eine intelligente Fertigung bis hin zum Schreinereibetrieb mit einem individuell angepassten Roboter, der kundenindividuelle Einzelstücke herstellt. So weit reichen die Anwendungsfälle, die unter den weit gefassten Begriff der Digitalisierung oder Industrie 4.0 fallen.

Einen interessanten Einblick in die gelebte Praxis der Digitalisierung in der Landwirtschaft - keiner klassischen Industrie 4.0-Branche - bot Leo Schmidt, T-System Digital Division mit der vollständigen Vernetzung von Maschinen („Internet of Things“, IoT) in Agrarbetrieben, in denen beispielsweise Maschinen ihren Wartungsbedarf melden und die Düngung der vorjährigen Ernte und einer Vielzahl anderer Parameter entsprechend automatisch angepasst wird.

Matthias Bohnen von der Brockhaus Consulting GmbH zeigte anhand eines physischen Demonstrators, wie die Vermittlung von Industrie 4.0-Fragestellungen zur Planung oder Prototyperstellung ablaufen kann: Ein „Industrie 4.0 in the box“-Demonstrator enthält eine komplette Produktionsanlage im Miniaturmaßstab und eine angeschlossene Software-Umgebung, die über eine industrielle Standard-Steuerung integriert sind. Damit ist mit minimalem finanziellem Aufwand in einer realistischen Umgebung überprüfbar und erlernbar, wie Industrie 4.0 für das eigene Unternehmen funktionieren kann.

Dr. Leif Oppermann vom Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik konnte mit den entsprechenden Brillen unsere Welt erweitern: Augmented and Mixed Reality wurden eindrucksvoll für die Zuhörer beschrieben. Anschließend konnte jeder die neue, noch ungewohnte Technik selbst ausprobieren.

Dr. Verena Schmidtmann und ihre Kollegin Amelie Mainusch schilderten aus ihrer Beratungspraxis den Weg eines Unternehmens von der Ideengewinnung, ob und – wenn ja – welchen Nutzen ein Unternehmen von Industrie 4.0 überhaupt haben kann, bis hin zur technischen Umsetzung dieser Idee.

Christoph Taphorn von der agiplan in Mülheim an der Ruhr zitierte aus der im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellten Studie im Umfeld der KMU. Es wurde der Frage nachgegangen, wie KMU einen Wettbewerbsvorsprung erzielen und Nutzenpotentiale aus Industrie 4.0 ziehen können. Interessanterweise gehört gar nicht soviel dazu, das eigene Unternehmen erfolgsorientiert auszurichten.

Wie die Nahrungsmittelindustrie „Smart Factory“ versteht, konnte Dr. Klemens van Betteray von der CSB in Geilenkirchen dem Publikum nahebringen. Als Spezialist im digitalen Umfeld von Schlachtereien, der Getränkeindustrie oder Großbäckereien wurde gezeigt, was heute schon möglich ist und morgen Standard sein wird.

Fazit
Aus der abschließenden Diskussion ging klar der Wunsch hervor, zukünftig anhand von Fallstudien zusammen mit Teilnehmern und Unternehmen den Anspruch, „konkret“ zu werden, noch weiter einzulösen. Wir werden für die Fortsetzung unser Symposium-Reihe im Jahr 2017 diese Hinweise berücksichtigen und in der Struktur der Veranstaltung dem „Machen“ (Planen, Durchspielen von Varianten) den Platz einräumen, den es angesichts der Herausforderungen benötigt.

Bildergalerie

Download der Vorträge

Digitale Transformation – Made in Germany, Dr. Daniel Senff
IoT & Mobile Assets Management bei T-Systems, Leo Schmidt
Industrie 4.0 Technologien zum Wissenstransfer, Matthias Bohnen

Dr. Leif Oppermann, Augmented and Mixed Reality, auf Anfrage per E-Mail an: leif.oppermann@fit.fraunhofer.de

Dr. Verena Schmidtmann, I40-Strategie für die Automobilindustrie, auf Anfrage per E-Mail an: verena.schmidtmann@detecon.com

Industrie 4.0 im Mi0elstand Wege und Beispiele der Digitalisierung, Christoph Taphorn
Roadmap: Industrie 4.0 -Praxiseinblicke aus dem Mittelstand, Dr. Klemens van Betteray

 

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