Startseite »  Aktuelles »  Meldungen »  2017 »  RFH Medienstudie BLIKK
 
 

29.05.2017

RFH Medienstudie BLIKK - Übermäßiger Medienkonsum gefährdet Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Die RFH hat mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit sowie den beiden Leitern des Projekts „BLIKK‐Medien“, Prof. Dr. Rainer Riedel (RFH) und Dr. Uwe Büsching (BVKJ), 5.573 Eltern und deren Kinder zum Umgang mit digitalen Medien befragt. Schirmherrin ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler. Diese Evaluation erfolgte im Rahmen der U3 – J1 – Früherkennungsuntersuchungen. Das ist in einem solchen Studiendesign weltweit bisher einmalig. Mit der am 29. Mai 2017 im Bundesministerium vorgestellten BLIKK-Medienstudie werden nun auch die gesundheitlichen Gefährdungen übermäßigen Medienkonsums für Kinder immer deutlicher. Die Ergebnisse sind nachzulesen in einer Ergebnispräsentation. Die komplette Studie wird voraussichtlich im vierten Quartal 2017 veröffentlicht.

Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage. Doch die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät: Die Zahlen internetabhängiger Jugendlicher und junger Erwachsener steigen rasant - mittlerweile gehen Experten von etwa 600 000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus.

Die aktuelle BLIKK-Studie geht weit über die üblichen Befragungen zu Mediennutzung hinaus. Die gesundheitlichen Gefährdungen reichen von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter. Wenn der Medienkonsum bei Kind oder Eltern auffallend hoch ist, stellen Kinder- und Jugendärzte weit überdurchschnittlich entsprechende Auffälligkeiten fest.

Die Ergebnisse der BLIKK-Studie wurden gemeinsam mit den Studienleitern im Ministerium vorgestellt - von Prof. Dr. Rainer Riedel, Arzt für Neurologie/Psychiatrie, Psychotherapie und Direktor des Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln sowie von Dr. med. Uwe Büsching, Kinder- und Jugendarzt und Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

 

Die wesentlichen Ergebnisse im Überblick:

 

Dazu die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Diese Studie ist ein absolutes Novum. Sie zeigt, welche gesundheitlichen Folgen Kinder erleiden können, wenn sie im digitalen Kosmos in der Entwicklung eigener Medienkompetenz allein gelassen werden, ohne die Hilfe von Eltern, Pädagogen sowie Kinder- und Jugendärzten. Für mich ist ganz klar: Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen. Es ist dringend notwendig, Eltern beim Thema Mediennutzung Orientierung zu geben. Kleinkinder brauchen kein Smartphone. Sie müssen erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen. Unter dem Strich ist es höchste Zeit für mehr digitale Fürsorge – durch die Eltern, durch Schulen und Bildungseinrichtungen, aber natürlich auch durch die Politik.“

„Als Fazit der Studie ergibt sich, dass der richtige Umgang mit den digitalen Medien, die durchaus einen berechtigt hohen Stellenwert in Beruf und Gesellschaft eingenommen haben, frühzeitig kontrolliert geübt werden soll. Dabei müssen soziale und ethische Werte wie Verantwortung, reale Kommunikation, Teamgeist und Freundschaft auf allen Ebenen der Erziehung gefördert werden. Kinder und junge Menschen sollen lernen, die Vorteile einer inzwischen globalen digitalen Welt zu nutzen, ohne dabei auf die Erlebnisse mit Freunden im Alltag zu verzichten“, so Prof. Dr. Riedel.

„Die Sorge der Eltern, ein Kind möge die besten Bedingungen für sein zukünftiges Leben vorfinden, gilt ebenso für Kinder- Jugendärzte. Mit vorschneller Verordnung von Ergo- oder Sprachtherapie allein lassen sich Gefahren nicht abwenden. Gerade, wenn das Verhalten oder die Entwicklung auffällig ist, sollte immer auch ein unangebrachter Umgang der Eltern wie der Kinder mit Medien in Betracht gezogen werden. Eine Medienanamnese und eine qualifizierte Medienberatung muss zukünftig die Früherkennungsuntersuchungen ergänzen“, erklärt Dr. Büsching.

„BLIKK-Medien“ (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation) ist ein gemeinnütziges wissenschaftliches Projekt des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH), der Stiftung Kind und Jugend des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Allgemeine Psychologie: Kognition und der Deutschen Gesellschaft für Ambulante Allgemeine Pädiatrie (DGAAP). Es steht unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler.

Kontakt
Institut für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung
Rheinische Fachhochschule Köln
Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel
z.Hd.: Frau Andrea Kirfel (B.Sc.)
Schaevenstr. 1a/b, D-50676 Köln
Tel: +49 221 20302-628 | Fax: +49 221 20302-679
E-Mail:

Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Beate Czikowsky
Tel.: 0221-20302-8002
E-Mail:

 

Downloads

Pressemitteilung

 

Sie haben Fragen zum Studium an der RFH Köln? Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder eine E-Mail.

Hier klicken

Wenige Schritte zu Ihrer Bewerbung

Hier klicken