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06.01.2017

Prof. Dr. Jarek Krajewski - Forscher des Monats

Das Zentrum für Forschungskommunikation - Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW sucht regelmäßig einen Forscher oder Promovenden des Monats. Die Wahl fiel dieses Mal auf Prof. Dr. Jarek Krajewski, der an der RFH Wirtschaftspsychologie lehrt. Einer seiner Lehr-Schwerpunkte ist die „Mensch-Technik-Interaktion“. In der Forschung konzentriert er sich derzeit insbesondere auf das Entwickeln und Anwenden von technologiebasierten Emotions-Messsystemen in den Anwendungsfeldern Automotive, Aviation, Telemedizin und Produktevaluation. Im Interview erzählt er von aktuellen und Zukunftsprojekten sowie von der Kraft einer guten Forschungsidee.

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Algorithmen zur Depressionserkennung, videobasierte Herzratenerkennung, PC-Mousebewegung zur Ärgererkennung – damit kennt sich der Wirtschaftspsychologe Professor Dr. Jarek Krajewski von der Rheinische Fachhochschule Köln bestens aus. Im Interview erfahrt Ihr mehr über sein spannendes Forschungsfeld!
 
1 | Warum haben Sie sich dazu entschieden Ihren gewählten Karriereweg einzuschlagen?
 
Mir gefiel das Image, dass es im Forschungsumfeld ein freiheitliches Klima gibt, in dem man selbstbestimmt und unabhängig von Mehrheitsmeinungen nach objektivierbaren Wahrheiten sucht. Diese naive Sicht musste ich zwar korrigieren – geblieben ist jedoch die feste Überzeugung, dass die Kraft einer guten Forschungs-Idee, deren rechte Zeit gekommen ist, stärker ist als jeder Mainstream-Konformitätsdruck.
 
2 | Stellen Sie Ihre aktuellen oder ehemaligen Projekte kurz vor, was liegt Ihnen besonders am Herzen?
 
Den wissenschaftlich größten Wert hat für mich die Organisation von Affective and Behavioral Computing Challenges, an denen sich meist in etwa 50 internationale Forschergruppen beteiligen. Mithilfe unserer experimentellen Daten werden hier erstmalig z.B. Depressionserkennungs-Algorithmen überprüft. Inhaltlich liegen mir vor allem die EU-, DFG-, BMBF-Projekte am Herzen, in denen Messsysteme entwickelt werden. Stichworte sind hier Wearable-basierte Lifestyle-Erfassung, videobasierte Herzratenerkennung, PC-Mousebewegung zur Ärgererkennung, Facial Thermal Imaging zur Beanspruchungsmessung von Fahrerassistenzsystemen, chronoadaptive Beleuchtung in der Flugkabine zur Jetlag-Reduktion, (die völlig verpönte) Handschrift zur Persönlichkeitsmessung, Smart Wearables und Schlafqualitätsdetektion sowie die stimmliche Identifikation von Depression und Grippe.
 
3 | Mit welchen Fragen werden Sie sich in 10 Jahren beschäftigen?
 
In naher Zukunft werden persönliche bislang zutiefst private Daten gemessen und gespeichert: (a) unsere Einstelllungen (z.B. zu Migration, Atomstrom oder Homosexualität), (b) unsere Befindenszustände (z.B. wütend, müde, wehleidig-melancholisch), (c) unser Gesundheitszustand (z.B. Fitnesswerte, Grippe) und (d) unsere gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen (Alkohol-Salz-Zucker konsumieren, Spät-ins-Bett gehen). Welche psychologischen Konsequenzen hat es für unser Leben, wenn sich mehr und mehr eine übergriffige Nanny-State Ideologie ausweitet, die uns eine politisch-korrekte und puristisch-gesundheitsoptimierte Lebensform aufzwingt?
 
4 | Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade forschen oder lehren?
 
Wenn Sie mich vor 2 Jahren gefragt hätten, wäre die Antwort: Fußball spielen, den BVB im Stadion anfeuern und die ungezwungene rheinische Ausgeh- und Trinkkultur zelebrieren. Die Antwort heute ist, so viel Qualitätszeit wie möglich mit meinem Sohn verbringen.
 
5 | Die Welt wäre besser, wenn …

... wir in unseren Eliten in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft weniger ängstliche Mitläufer und stattdessen mehr mutige Freigeister und Querdenker hätten. Zumal insbesondere die Aufgabe der Wissenschaft es ist, vor Augen zu halten, dass das, was man heute noch als selbstgefällig alternativlos beurteilt, schon übermorgen nur kopfschüttelnd belächelt wird.
 
Netzwerk „Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW“
„An den 21 Fachhochschulen in NRW wird geforscht – innovativ, anwendungsbezogen und stets gesellschaftsorientiert“, betont das Netzwerk „Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW“ und hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschungs- und Entwicklungsstärke sichtbar zu machen. So werden in Publikationen herausragende wissenschaftliche Projekte vorgestellt und Events im Kontext von Fachhochschulforschung realisiert. Ein Newsletter informiert regelmäßig über Aktuelles aus den NRW-Hochschulen. Das Netzwerk „Nachhaltige Forschung an Fachhochschulen in NRW“ wird gefördert vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
http://www.fachhochschulen-nrw.de
 
Forscher des Monats auf fb
https://www.facebook.com/lebendigeforschung/posts/1476397815721472:0

 

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