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19.07.2017

TechTrend-Roundtable an der RFH: Konkretisierung der Buzzwords 4.0 tut not

Evolution oder Revolution: Welche Relevanz hat Industrie 4.0 für die deutsche Wirtschaft? Diese Frage stand im Fokus des TechTrend-Roundtables „Konkretisierung der Buzzwords 4.0 tut not: Automatisierung auf dem Weg zu Robotics und KI?“. Die gut besuchte Veranstaltung der Bitkom Akademie an der RFH bot Experten und Führungskräften ein Forum, um den Entwicklungsstand wichtiger Kerntechnologien zu diskutieren und häufig gehörte Buzzwords konkret einzuordnen.

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Die deutsche Wirtschaft gehört zu den Vorreitern der industriellen Automatisierung. Über die Hälfte der Maschinenbauer arbeitet mit Robotertechnik. Neben hochgradig vernetzten, aufwändigen und komplexen Automatisierungslösungen für die Serienproduktion gibt es heute kleinteilige und kostengünstige Produktionslösungen für den Mittelstand. Aber nur ein Drittel der Maschinenbauer will den Einsatz intelligenten Automatisierungslösungen weiter ausbauen, selbst wenn dadurch „Arbeitsplätze“ nicht in Frage gestellt werden. Aber Industrie 4.0, Digitalisierung und disruptive Transformation zählen zu den meistgenutzten digitalen Buzzwords. Gefolgt von Kerntechnologien wie Künstliche Intelligenz, Autonomik, CPS, Embedded Systems.

„Wir sollten uns zügig Gedanken darüber machen, wie wir mit Künstlicher Intelligenz umgehen“, lautet daher die Devise des Moderators und Mitveranstalters Ekkehart Gerlach, Geschäftsführer der deutschen medienakademie. Nach aktuellen Prognosen könnten Computer auf kognitiver Ebene schon im Jahr 2050 genau so viel leisten wie der Mensch.

Einen Einblick sowohl in die Praxis als auch in die Forschung zur digitalen Fabrik lieferte Prof. Dr. Hasan Smajic von der Technischen Hochschule Köln. Mit Verweis auf namhafte Unternehmen hierzulande betonte er die weltweite Bedeutung deutscher Automatisierungstechnik. Einen revolutionären Charakter aktueller Entwicklungen sieht der Experte aber nicht. Nach seiner Meinung sind digitale Fabriken und das Phänomen Industrie 4.0 vielmehr „ein weiterer Schritt einer kontinuierlichen und seit Jahrzehnten angestoßenen Entwicklung“. Neu an dieser Genese ist, dass nun verschiedene Technologien erfolgreich fusionieren und sich Systeme vernetzen.

Thomas Barth, Studiengangleiter Wirtschaftsinformatik der RFH und Leiter des RFH Instituts für Projekt- und Informationsmanagement (IPMI) gab Führungs- und IT-Kräften mit seinem Beitrag einen wichtigen Impuls zur Verbesserung ihrer IT-Architekturen als Basis vernetzter Automatisierung." Auch für ihn ist die „Vernetzung von allem mit allem“ ein zentrales Element der Industrie 4.0. Im Zuge dieser Entwicklung werden Kooperationen in Form digitaler Netzwerke mit Kunden, Partnern aber auch Wettbewerbern für Organisationen immer essentieller. Unternehmen müssen ihre IT-Architekturen dringend überdenken und vernetzbar machen.

Welchen Grad der Vernetzung Maschinen heute schon erreicht haben, veranschaulichte Dr. Andreas Groß von der Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Wuppertal. Industrie 4.0 steht seiner Ansicht nach für die „dezentrale Steuerung von kybernetischen, vernetzten Systemen“. Konkret heißt das: Immer mehr Maschinen werden miteinander vernetzt. In modernen Produktionshallen steuert heute nicht mehr der Mensch die Maschine. „Maschinen entscheiden zunehmend autonom über Ressourcen und Menschen"
Natürlich passiert dies immer unter der Bedingung, dass der Mensch die Möglichkeit hat korrigierend einzugreifen.

Trotzdem gewinnt angesichts dieser Entwicklungen die Haftungsfrage zunehmend an Bedeutung. Auskunft hierüber gab Marco Müller-ter Jung (LL.M., Partner, Fachanwalt für Informationstechnologierecht, DWF Germany) mit seinem Beitrag „Haftet der Roboter?“. Zwar kommen Roboter immer häufiger zum Einsatz, spezifische Robotergesetze existieren hierzulande aber bisher nicht. Einen Vorstoß machte kürzlich der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments mit einer Empfehlung für zivilrechtliche Regelungen im Bereich Robotik. Aktuell jedoch gilt das deutsche Recht. Nach diesem sind Roboter keine Rechtssubjekte. Somit haften nicht sie, sondern ihre Hersteller oder Betreiber.

Weitere Beiträge des TechTrend Roundtable:
- neue „Netze für industrielle Konnektivität“ (Dr. Norbert Niebert, Manager Technology & Innovation, Ericsson GmbH)
- Potenzial von Industrial Big Data und KI in der Produktion (Thomas Thiele, Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau, Zentrum für Lern- und Wissensmanagement, RWTH, Aachen) und
- Horizon 2020: Förderungen, Ausschreibungen, Forschung und Innovation (Dr. Friedhelm Gillessen, Abteilungsleiter IKT-Strategien und EU-Synergien, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln

Den Mehrwert von Automatisierung, Robotics und Künstlicher Intelligenz vermittelten zudem die Use Cases:
- Cyber Physical Systems in der Praxis – Innovative Projekte aus den NRW-Leitmarktwettbewerben (Lena Weigelin, CPS.Hub NRW, Wuppertal)
- INLUMNIA – Instrumentarium zur Leistungssteigerung durch Industrie 4.0. (Marvin Drewel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachgruppe Produktplanung und Systems Engineering, Projektleiter des Projekts INLUMNIA, Heinz Nixdorf Institut, Paderborn)

 

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