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26.04.2017

Wissen & Erfahrung - RFH Studienfahrt nach Südostasien

Anfang dieses Jahres sind 14 RFH-Studierende mit Prof. Dr. Lippold nach Südostasien geflogen, um das Land, die Kultur und zahlreiche Unternehmen kennenzulernen. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis. Auch deshalb, weil sich die Gruppe an einem sozialen Projekt beteiligt hat. 2010 ist aus den RFH-Studienreisen der gemeinnützige Verein „Köln hilft Kambodscha“ entstanden. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensumstände ländlicher Bewohner durch nachhaltige Projekte im infrastrukturellen Bereich. Die nächste RFH-Studienreise ist schon in Planung.

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Es war keine Erholungsreise, aber eine mit vielen wertvollen Erfahrungen. Fünf Stationen in 14 Tagen, zehn Unternehmensbesuche, anderthalb Tage körperliche Arbeit beim Aufbau einer Schule, Nachtbusse, viele Flüge, unterschiedliche Zeitzonen, wenig Schlaf, schwüle Temperaturen und ganz viel Abenteuer. Die Route rund um das Südchinesische Meer führte von Bangkok in Thailand über Kambodscha, Vietnam, Singapur und Malaysia wieder zurück nach Bangkok.

Die meisten Mitreisenden studieren Wirtschaftsingenieurwesen, auch wenn diese Reise für alle RFH-Studierenden offen war. Die Besichtigung bei Firmen wie Ford, BWM, Siemens oder Zulieferern von großen Markenartikelherstellern, die Produktionsstätten in der Region aufgebaut haben, gehörte fest in das Reiseprogramm. „Studierende sollen eine Idee davon bekommen, wie Unternehmen im Ausland ticken. Die Produktionsstrategie ist eine andere, auch die Mentalität ist vollkommen anders als in Europa“, sagt Prof. Dr. Horst Lippold, der Südostasien schon Dutzende Male bereist hat. Er hat auch die erste Studienreise 2005 initiiert und organisiert. Daraus ist 2010 der gemeinnützige und ehrenamtlich Verein „Köln hilft Kambodscha“ entstanden. Lippold ist erster Vorsitzender.

„In Kambodscha gibt es 14,8 Millionen Einwohner, 25 Prozent haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, 67 Prozent keinen Zugang zu sanitären Anlagen und 23 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze“, resümiert er die Situation. „Das können wir uns in Deutschland nicht vorstellen. Wir wollen nicht zeigen, dass wir besser sind, aber wir können mit unserem technischen Know-how unterstützen. Studierende können ihr Wissen gleich einbringen und praktisch umsetzen. Wenn die Menschen die Möglichkeit haben etwas zu lernen, wenn sie gefördert werden, dann haben sie eine Chance im Land etwas zu erreichen. Bildung und Infrastruktur ist die Wurzel jeden Fortschritts.“

In Angkor Wat hat die Gruppe erst einmal Solarzellen und Elektronik gekauft - für den Aufbau eines Bürgerhauses, das gleichzeitig auch Schule wird. „Das möchten wir die nächsten zwei bis drei Jahre angehen“, erklärt Lippold. Das Dorf hat keine geregelte Abwasserversorgung, die Schulen sind auf Entwicklungsniveau. An der Schule sollen auch technische Schulungen stattfinden. Hilfe zur Selbsthilfe. Die nächsten Studienfahrten sind in Planung.

Eindrücke von Studierenden
„Es war ein außerordentlich gutes Gefühl, durch unsere Mitarbeit das Projekt voran bringen zu können. Ich hatte mich zuvor noch nicht in ein Entwicklungshilfeprojekt eingebracht und kann erst jetzt nachvollziehen, wie viel Arbeit es ist, derartige Projekte umzusetzen. Man braucht einen sehr langen Atem und eine hohe Frustrationstoleranz, wenn man Entwicklungshilfe betreibt. Insgesamt war die Mitarbeit vor Ort für mich sicherlich die prägendste Erfahrung auf dieser Reise. Für die Zukunft hoffe ich, noch einmal die Möglichkeit zu bekommen, ähnliche Projekte zu unterstützen und dass andere RFH-Angehörige Interesse bekommen, sich für Köln hilft Kambodscha e.V. zu engagieren.“ (Anna Hoff)

„Schon von der letzten Studienfahrt in Mexiko begeistert, meldeten wir uns auch zu der Südostasien Studienfahrt voller Erwartungen an. Herr Lippold organisierte die Studienfahrt bis ins Kleinste und fand auf unerwartete Wendungen immer die passende Lösung. Auf den zahlreichen Firmenbesichtigungen in Südostasien lernten wir neben den unterschiedlichen Branchen auch verschiedene Firmenkulturen und Produktionsstandards kennen. Das Highlight der Reise war ein Besuch in dem Dorf Tumnaeb Svay in Kambodscha. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns aktiv an einem Hilfsprojekt des Vereins „Köln hilft Kambodscha“ e.V. zu beteiligen. Innerhalb von knapp zwei Tagen bauten wir mit 14 Studenten, Herrn Lippold, zwei Mitgliedern des Vereins und zahlreichen freiwilligen Helfern den Rohbau einer Schule und die entsprechende Stromversorgung mittels einer Photovoltaikanlage auf. Die beiden Tage haben uns persönlich sehr gefallen. Die Menschen in dem Dorf haben uns mit offenen Armen empfangen und für unserer Wohl gesorgt. Auf Grund dieser tollen Erfahrungen werden wir im Herbst nach Tumnaeb Svay zurückkehren und ein weiteres Hilfsprojekt umsetzen. Es war eine Studienfahrt der Gegensätze. Vom Schlafen auf dem Holzboden in Kambodscha bis hin zum Cocktail im Marina Bay Sands in Singapur. Wir danken Herrn Lippold vielmals für die tolle Reise und sind gespannt, wo die nächste Studienfahrt hingeht.“
(Christina Neumann und Marc Benke)

„Während unserer Studienreise konnte ich zwei Tage lang in eine Welt abtauchen, die mir erneut die Augen öffnete und mich über das Selbstverständliche unserer westlichen Welt nachdenken ließ. In Kambodscha wachte ich durch einen laut krähenden Hahn und nicht vom elektronischen Piepsen des Weckers auf. Es gab keinen Strom für eine Lampe, geschweige denn eine Kaffeemaschine. Das Wasser für den Kaffee und die morgendliche Wäsche kam aus einem Brunnen, den man manuell betreibt. Auf einer Feuerstelle wurde das heraufgepumpte Wasser aufgekocht, um im Anschluss einen Instantkaffee zu trinken. Dieser Becher Kaffee war alles andere als selbstverständlich und schmeckte nicht besonders gut, und doch war er unbezahlbar. In welchem Wohlstand und in welcher Selbstverständlichkeit wir hier doch alle leben! Nicht nur die Erlebnisse in Kambodscha lassen mich so eine „Kleinigkeit“ wie eine Tasse Kaffee am Morgen wieder mit anderen Augen sehen und einfach nur dankbar sein.“ (Bernd Fröhler)

Kontakt:
Prof. Dr. Horst Lippold
lippold@rfh-koeln.de

Der gemeinnützige Verein „Köln hilft Kambodscha“ ist 2010 aus den RFH-Studienreisen entstanden und gegründet worden.
Weitere Infos: www.koelnhilftkambodscha.de

 

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