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05.04.2018

Aktuelle Emoji-Versionen haben Lücken im Unicode-Standard

Emojis gelten als eine am schnellsten wachsende Sprache der Welt. Und es entstehen kontinuierlich mehr, die in den Unicode-Standard aufgenommen werden. Gibt es Ausdrücke und Bedürfnisse der Nutzer, die über die aktuelle Emoji-Version nicht kommuniziert werden können? Wenn ja, wie müssten diese Ausdrücke gestaltet werden? Wie werden Emojis verstanden und gibt es Unterschiede in der Konnotation? Diese Fragestellungen dienten einer Mediendesign-Studierenden der RFH als Grundlage für eine empirische Untersuchung mit dem Ergebnis: die aktuelle Emoji-Versionen haben Lücken im Unicode-Standard. Sieben neue Emojis sind entstanden, etwa Liebeskummer, Daumendrücken oder Hunger.

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Emojis sind integraler Bestandteil der digitalen Alltagskommunikation. Und es entstehen kontinuierlich mehr. Trotzdem werden aktuell nicht alle Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer bedient. Zum Beispiel gibt es für behinderte Menschen noch keine Aufnahme von Symbolen in den Unicode-Standard. Zudem gibt es anhand von Studien nachgewiesene – insbesondere kulturell bedingte – unterschiedliche Konnotationen der Emojis, die missverständlich sein können. Diese Erkenntnisse waren für die Beantwortung der forschungsleitenden Fragestellung von großem Interesse.

Methode
Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit „Die Ikonografie und Verwendung von Emojis als Konnotation und Ersatz der Schriftsprache“ untersuchte die RFH-Mediendesign-Studierende Michelle Lennartz in einer Gruppe aus sieben immatrikulierten Mediendesign-Studierenden im Alter von 21 bis 25 Jahren, wie spezielle Emojis aufgefasst und verstanden werden. Ziel der Diskussion war es, herauszufinden:

- ob es Ausdrücke gibt, die über die aktuelle Emoji-Version nicht kommuniziert werden können.
- welche Emojis oder Ausdrücke, die einzelnen Personen vermissen und
- welche sie davon in ihrer täglichen Kommunikation gerne verwenden würden.

Alle Teilnehmer*innen nutzen Emojis regelmäßig. Als Diskussionsgrundlage dienten den Mediendesign-Studierenden in ihrer Bedeutung uneinheitliche Emojis. Anhand dieser Auswahl sollten Unterschiede in der Konnotation sowie damit verbundenen, eventuell auftretenden, Missverständnissen festgestellt werden.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen, dass es Ausdrücke gibt, die in der aktuellen Emoji-Version nicht abgebildet werden können. Zum Beispiel existiert kein Emoji für das Gefühl „Hunger“. Zudem können „vermissen“ oder „Daumendrücken“ nicht über Emojis dargestellt werden. Aufgrund dessen wurde die aktuelle Version um sieben Emojis erweitert: „Daumen drücken“, „Hunger“, “viereckige Augen“ (zu viel Fernsehen), “Vermissen“, “Liebeskummer“, „hübsch“, „Gitter“ (Gefängnis) und „Feier-Emoji“. Grundlage für die technische Visualisierung der Emojis bildeten die vorher angefertigten Zeichnungen der Teilnehmer*innen. So konnte eine Passgenauigkeit im Hinblick auf die Wünsche der Studierenden gewährleistet werden. Die Hypothese, dass ein Emoji mehrere Konnotationen beinhalten kann, wurde bestätigt. Missverständnisse treten jedoch eher auf, wenn Emojis als vollkommener Ersatz der Schriftsprache genutzt werden.
In einer Online Umfrage mit insgesamt 214 Teilnehmer*innen (110 weiblich und 104 männlich Personen von zehn bis 60 Jahren) wurden die neuen Emojis überwiegend in ihrer Konnotation erkannt und angenommen.

Ausblick
Die sieben – in der Gestaltung der Apple Emojis angepasst - neu gestalteten Emojis könnten in der Zukunft getestet werden, um herauszufinden, ob die gewünschte Konnotation bei den Betrachtern hervorgerufen wird. Für ein objektives wie aussagekräftiges Urteil dazu ist eine quantitative Befragung, das heißt eine möglichst große und repräsentative Stichprobe vonnöten. Die Studentin prognostiziert eine Weiterentwicklung und einen Ausbau der Vielfalt von Emojis. Angestrebt sind zudem Änderungen, die eine individuelle Verwendung für den Benutzer gewährleisten sollen.

 

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