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31.10.2014

Erfolgreiches Symposium zum Thema Arzneimittelversorgung

Am Dienstag, den 21. Oktober 2014 fand im KölnTriangle über den Dächern Kölns das Symposium „Sicherstellung der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus“ statt.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) und weiteren Partnern aus dem Gesundheitswesen. Im Rahmen der Veranstaltung hielten namhafte Referenten aus den verschiedensten Bereichen der Arzneimittelversorgung Vorträge, die anschließend von den rund 110 Teilnehmenden rege diskutiert wurden.

Rückschau in Bildern

Nach der Begrüßung durch die Veranstalter Prof. Dr. Rainer Riedel (Vizepräsident des Fachbereichs Medizinökonomie und Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung, Mitte), Rudolf Bernard (1. Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker, links) und Markus Müller (Präsident des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker, rechts) leitete Prof. Dr. Riedel das Symposium mit einem Vortrag zum Thema „Patientensicherheit im Krankenhaus“ ein.

Anschließend referierte Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Nordrhein-Westfalen, über die Auswirkungen einer optimierten, innovativen Arzneimittel-Therapie auf die Krankenhausverweildauer aus Sicht der GKV. Hierbei hob er die Bedeutung von medizinischen Innovationen für die Patientenversorgung hervor.

Monika Dircks, Apothekerin im Universitätsklinikum Erlangen, brachte mit ihrem praxisbezogenen Vortrag „Stationsapotheker: Was können wir aus dem Ausland lernen“ den Teilnehmern des Symposiums die Prozessabläufe der Krankenhausapotheken in Großbritannien näher und stellte ausführlich die dortigen Ausbildungsinhalte („clinical pharmacist“) im Vergleich zu dem deutschen Hochschulstudium vor.

Prof. Dr. Eberhard Kochs, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Klinikum rechts der Isar, schilderte den Stellenwert der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus aus ärztlicher Sicht mit besonderem Bezug auf die Herausforderungen in der Arzneimitteltherapie im Klinikalltag. Im Mittelpunkt der Präsentation wurde die Bedeutung der Krankenhausapotheke im Klinikbetrieb besonders hervorgehoben.

Manfred Pfeiffer, 1. Vorsitzender des Bundesverbands für Patienten- und Versicherteninteressen, sprach zum Thema „Arzneimittelumstellungen aus Patientensicht“ und beleuchtete dabei die besonderen Patientenbelange bei Arzneimittelumstellungen im Krankenhaus.

Zum Thema „Arzneimittel-Lieferengpässe“, insbesondere zu den besonderen Herausforderungen aus Sicht der Generika-Industrie, nahm Gloria von Schorlemer, Justiziarin des Verbandes Pro Generika e.V., Stellung. Sie betonte, dass eine nachhaltige Arzneimittelversorgung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu betrachten sei.

Dr. Grit Berger, ltd. Apothekerin im Zentralklinikum Bad Berka, präsentierte erste Ergebnisse einer Cluster-Analyse zum Thema „Polypharmakotherapie in der stationären Versorgung“ mit einem Stichprobenumfang von rund 10.000 Patienten, welche gemeinsam mit dem Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung im Rahmen eines Kooperationsprojektes evaluiert wurden.

Der Frage „Was bedeuten Arzneimittel-Lieferengpässe für die stationäre Unit-Dose Versorgung?“, widmete sich Simone Melzer, Apothekerin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Innerhalb ihres Vortrages betonte sie, dass Lieferausfälle hohe Prozesskosten verursachen und darüber hinaus ein Problem für die Arzneimitteltherapiesicherheit darstellen.

Anita Kellermann, Apothekerin im Klinikum rechts der Isar TU München, referierte zum Thema „Arzneimittelumstellungen: Eine Herausforderung in der stationären Patientenversorgung“. Sie stellte heraus, dass sich im MRI rund ein Drittel der Arzneimittelumstellungen auf Hersteller- und Lieferengpässe zurückführen lässt, und demonstrierte anhand krankenhausinterner Analyseergebnisse, dass eine gezielte Durchführung von Arzneimittelumstellungen dazu beitragen kann, den Workload auf der Station zu reduzieren.

Im letzten Vortrag des Tages diskutierte Dr. Josefine von Randow-Boudriot, Oberärztin der Klinik für Neurologie im Kreiskrankenhaus Siegen, die „Chancen und Risiken der oralen Antikoagulantien-Therapie“. Anhand von Fallbeispielen demonstrierte sie die Effektivität von direkten oralen Antikoagulantien bei der Behandlung des akuten Schlaganfalls.

Anschließend nutzten die Anwesenden das gemütliche Get-together, um einzelne Aspekte in persönlichen Diskussionen noch einmal aufzugreifen und zu vertiefen. Aus der Vielfalt der Vorträge ließ sich erkennen, wie komplex das Thema der Arzneimittelversorgung von Krankenhauspatienten ist. Im Rahmen des Symposiums „Sicherstellung der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus“ wurden sowohl Schwachstellen als auch mögliche Lösungsansätze für eine optimierte Arzneimittelversorgung aufgezeigt.