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09.10.2015

iMÖV veranstaltet Arzneimittel-Symposium 2015 in Berlin

Am Dienstag, den 22. September 2015, fand das Symposium „Arzneimittelversorgung im Krankenhaus – Perspektive 2016“ erstmalig in Berlin statt.

Organisiert wurde die Veranstaltung – wie auch im letzten Jahr – vom Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker, dem Klinikum rechts der Isar sowie Vivantes. Mehr als 100 Experten aus dem Gesundheitswesen fanden den Weg in die Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Im Rahmen des Fachsymposiums nahmen ausgewählte Referenten Stellung zu den aktuellen Themen auf dem Gebiet der Arzneimittelversorgung im Krankenhaus. Die Kooperationspartner danken der Firma Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung.

Der folgende Bildbericht fasst die Ereignisse des Tages noch einmal zusammen:

Rückschau in Bildern

Mit der Begrüßung der Symposiumsteilnehmer durch den Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker, Herrn Markus Müller, wurde das Arzneimittel-Symposium 2015 eröffnet.

Rudolf Bernard (1. Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker) übernahm die Moderation der Referentenbeiträge und führte die Teilnehmer durch den Vormittag.

Prof. Dr. Rainer Riedel, Vizepräsident des Fachbereichs Medizinökonomie und Direktor des Instituts für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung, führte mit einem Impulsvortrag in die Tagesthematik ein, um dann im weiteren Verlauf gemeinsam mit den Symposiumsteilnehmern die Brennpunkte im Tagesgeschäft einer Krankenhausapotheke zu erarbeiten. Dabei konnten folgende Themen herausgestellt werden: Lieferunfähigkeit, Patientensicherheit, Aufnahme-/ Entlassungsmanagement, IT im Krankenhaus, Finanzierbarkeit von Innovationen, Fachkräftemangel, Qualitätskontrolle, AMNOG, Überregulationen im Tagesgeschäft und das e-Health-Gesetz.

Dr. Monika Vierheilig, Leiterin der Abteilung Gesundheit im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, referierte über die Herausforderungen für die Krankenhausplanung der Bundesländer am Beispiel Baden-Württemberg. Hierbei hob sie die Notwendigkeit der Verbesserung der Betriebskostenfinanzierung sowie die verstärkte Qualitätsfokussierung in der stationären Krankenhausversorgung hervor. Zudem konnte gezeigt werden, dass eine Bettenreduzierung nicht zwangsläufig zu Versorgungslücken oder Qualitätseinbußen für die Patienten führt.

Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, ging in ihrem Beitrag auf die aktuellen politischen Entwicklungen im deutschen Gesundheitssystem ein und erläuterte diese aus der Perspektive einer Oppositionspartei.

Ulrike Elsner, Vorsitzende des vdek, referierte über die Finanzierbarkeit einer optimierten innovativen Arzneimitteltherapie aus Sicht der Kostenträger. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Steuerungsinstrumenten der Preisbildung, mit dem Ziel eine Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit zu fördern und zu finden.

Dr. Micheal Baehr, Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, berichtete aus seiner Erfahrung über die Vorteile einer „IT-gestützten Arzneimittelversorgung“ von stationären Patienten, was eine Herausforderung an ein gutes Schnittstellenmanagement darstellt. Im Rahmen dessen ging er u.a. auf die ´digitale Patientenakte im Krankenhaus`, ´elektronische Verordnungen` und das ´Arzneimittel-Beipackinformations-Management auf Patientenmonitoren` ein.

Prof. Dr. Eberhard Kochs, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Klinikum rechts der Isar, berichtete über den besonderen Stellenwert der stationären Arzneimittelversorgung aus ärztlicher Sicht, mit besonderem Bezug auf die Herausforderungen einer lückenlosen Arzneimitteltherapie im Klinikalltag. Dabei hob er die Lieferengpässe von Arzneimitteln, das Gefahrenpotential aufgrund der „look alike“-Problematik sowie das „scan for safety“-Verfahren hervor.

Manfred Pfeiffer, 1. Vorsitzender des Bundesverbands für Patienten- und Versicherteninteressen, referierte zu dem Thema „Entlassung aus dem Krankenhaus - und dann? Entlassmanagement aus Patientensicht“. Im Rahmen dessen hob er die besonderen Patienteninteressen und Herausforderungen des Entlassungsmanagements hervor.

Der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Herr Prof. Josef Hecken, ging in seinem Vortrag auf „die Chancen und Risiken der Nutzenbewertung von innovativen Arzneimitteln“ näher ein. Dabei betonte er, dass die strukturellen Veränderungen durch die Einführung des AMNOGs, besonders im internationalen Vergleich, den Anforderungen gerecht werden und die Marktentwicklung von innovativen Arzneimitteln nicht eingeschränkt wird. Seit der Einführung des AMNOG wurden 135 Arzneimittelbewertungen vorgenommen; ca. 57 % der Bewertungen erfolgten mit positivem Zusatznutzen (Stand 03.09.2015).

Prof. Dr. Frank Dörje, Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen, referierte zu dem Thema „Anforderungen an die sektorenübergreifende Patientenbetreuung: Entlassrezepte, e-Medikationsplan und mehr! Die Perspektive des Krankenhauses“. In seinem Vortrag stellte er den „MetropolMediplan 2016“ vor, als sektorenübergreifendes Beispiel zur Erprobung und Weiterentwicklung eines Medikationsplanes gemäß §31a SGB V. Ergänzend folgte als weiteres Praxisbeispiel das Modellprojekt „Vernetzte Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) mit dem elektronischen Medikationsplan in Rheinland-Pfalz“.

Prof. Dr. Harald Darius, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie & Intensivmedizin am Vivantes Klinikum Berlin Neukölln, berichtete zu der aktuellen Entwicklung der „Antidot-Behandlung von Pradaxa-Patienten“. Einleitend wies er auf die Effektivität und das Sicherheitsprofil neuer oraler Antikoagulantien (NOAKs) im Vergleich zu Warfarin hin, um dann auf die aktuellen Studienergebnisse einzelner Antikoagulations-Antidot-Studien einzugehen. So kann die fortgeschrittene klinische Entwicklung des Dabigratan-spezifischen Antidots in naher Zukunft die Patientensicherheit sowie die Notfallversorgung dieser Patienten verbessern.

Abschließend lud Herr Markus Müller die Symposiumsteilnehmer zu einer lebhaften Diskussion ein, in der die Veranstaltungshighlights noch einmal im Fokus standen.

Zum Ausklang der Veranstaltung nutzten die Anwesenden das gemütliche Come-together, um einzelne Aspekte in persönlichen Diskussionen noch einmal aufzugreifen und zu vertiefen. Im Rahmen des Symposiums „Arzneimittelversorgung im Krankenhaus – Perspektive 2016“ wurden die Herausforderungen der täglichen stationären Arzneimittelversorgung, die Finanzierbarkeit innovativer Arzneimittel, die aktuelle Entwicklung der Arzneimittel-Zusatznutzenbewertungen, die bestehenden Lieferengpässe, die innovativen Arzneimittel-Versorgungskonzepte sowie zukunftsweisende innovative Therapieverfahren referiert und diskutiert. Die unterschiedlichen Vorträge verdeutlichen die Komplexität einer stationären Arzneimittelversorgung von Patienten.

Die Vorträge der Veranstaltung können die Symposiumsteilnehmer mit ihren Zugangsdaten hier abrufen.