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Fixkostendegressionsabschlag im Krankenhaus wirkt

Köln, 14. Juni 2016 Der Fixkostendegressionsabschlag (FKDA), der ab 2017 die Fallzahlsteigerungen in den deutschen Krankenhäusern begrenzen soll, belastet deutlich das Betriebsergebnis der Kliniken. Dies ist das Ergebnis der ersten Studie zu diesem Thema, durchgeführt vom Fachbereich Medizinökonomie und Gesundheit der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) und der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

In drei Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Höhen des FKDA (25%, 35% und 65%) wurden die langfristigen Ergebniseffekte am Beispiel einer Musterklinik ermittelt. Hierbei zeigte sich in allen drei Fällen, dass der FKDA klar zulasten der Rentabilität der Klinik geht: Je höher der prozentuale Abschlag, desto stärker der negative Ergebniseffekt.

„Unsere Studie hat den Nachweis erbracht, dass die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des gesetzlich definierten Fixkostendegressionsabschlages aufgrund einer fehlenden Definition des Fixkostenanteils eines Krankenhauses heute noch nicht abgebildet werden können. Die durch die Einführung dieses Abschlages bedingte weitere Ertragsschwächung von Kliniken wird einen zusätzlich induzierten Kostendruck auslösen und damit potentiell das hohe Niveau der Patientensicherheit gefährden“, so Prof. Dr. Rainer Riedel, Leiter des Instituts für Medizinökonomische & Medizinische Versorgungsforschung der RFH.

„Der Fixkostendegressionsabschlag schafft einen Anreiz zur Mengenbegrenzung. Ob dieser dann an den richtigen Stellen wirkt, ist allerdings offen. In letzter Konsequenz kann der Ansatz sogar dazu führen, dass die Kliniken dem Kostendruck anders ausweichen, was dann einen Qualitätsverlust zulasten der Patienten bedeuten würde“, so Ralf Klaßmann, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater & BDO Krankenhausexperte. „Hier wird es erheblich auf die tatsächliche Ausgestaltung der Berechnung des Abschlags ankommen, um ungewollte Nachteile für Patienten und Kliniken zu vermeiden.“

Link zur Studie

Institut für Medizinökonomie & Medizinische Versorgungsforschung
Rheinische Fachhochschule Köln
Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel, Tel: +49 221 20302-628
E-Mail: medinstitut@rfh-koeln.de