Herstellung medizinischer Werkzeuge aus innovativer Keramik am Beispiel von Skalpellen

Professor Dr.-Ing. Saxler

Es handelt sich um die Entwicklung und Validierung einer Prüfmethode zur Beurteilung der Einsatzeigenschaften von mikrochirurgischen Skalpellen.

Die klassische Keramik als Schneidstoff für medizinische Werkstoffe ist aufgrund des spröden Materialverhaltens bisher nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Ein neuer Keramikwerkstoff vereinigt jedoch hohe Festigkeit, Zähigkeit und Härte und bietet damit ein hohes Anwendungspotential in der Medizin. Da weltweit ein großer Bedarf an Skalpellen für Augenoperationen (Grauer Star) besteht und derzeit hauptsächlich einmal verwendbare Metallmesser eingesetzt werden, wird ein großer Nutzen durch den alternativen Einsatz von Keramikskalpellen gesehen. Ein Skalpell aus Keramik ist mehrfach verwendbar, weshalb sich die Umwelt von Sondermüll durch Metallmesser und dessen Verpackung entlasten ließe.

Hauptziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer reproduzierbaren Prüfmethode zur Beurteilung der Einsatzeigenschaften von Augenskalpellen aus dieser innovativen Keramik. Weiterhin soll die Beständigkeit der scharfen Schneide gegen die Einflüsse des entsprechenden praktischen Einsatzes untersucht werden.

Durch die systematische Analyse der gesamten Prozesskette vom Herstellen des Rohlings bis zum medizinischen Einsatz des fertigen Skalpells soll die Wirtschaftlichkeit der Neuentwicklung untersucht werden.


Fragen an Professor Saxler zu seiner Forschung:

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Forschungsprojekt gekommen?

Ich bin von einem Bekannten angesprochen worden (ein heutiger Projektpartner) und hab mit ihm ein Brain Storming durchgeführt. Danach haben wir mit verschiedenen potentiellen Projektpartnern gesprochen, die auf Anhieb interessiert waren.

Gab es im Vorfeld besondere Schwierigkeiten oder Herausforderungen bevor Sie mit dem forschen beginnen konnten?

Ja, wir mussten schauen, wo wir das Labor unterbringen können. Der Standort Bergisch Gladbach ist sehr gut von der Infrastruktur. Studierende für das Projekt zu finden, klappte ganz gut. Es gab eine Reihe Interessierte, die sich auch als echt gute Mitarbeiter entwickelten.

Wie stellen Sie sich die Zukunft für Ihre Forschung vor, kurz und langfristig?

Ganz klar: Langfristig! Aber auf einem etwas anderen Fachzweig. Ich kümmere mich derzeit um ein neues Projekt, mit dem ich gerne einen neuen Schwerpunkt im Maschinenbau an der RFH setzen möchte: "Werkzeugtechnik". Die Lehre würde ich gerne mit einer solchen Vertiefungsrichtung erweitern. Ich habe mal rumgefragt und Kollegen/innen befragt, ob Interesse besteht mitzuarbeiten. Resonanz war gut. Mein Schwerpunkt sollte Zerspantechnik, Werkzeugeinsatz, Werkzeugherstellung, Werkzeugwiederaufbereitung, FEM in der Zerspantechnik usw. werden. Das sind Kernthemen des klassischen Maschinenbaus. Aber die Idee, die ich zum Forschen habe, ist nach meinem derzeitigen Wissenstand ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Ich bin in dem betreffenden Bundesfachverband (ein kleiner, aber feiner Verband) sehr aktiv und werde dort voll unterstützt; eine gute Basis, wie ich finde.

Wird das Forschungsergebnis in Zukunft breite Anwendung im Alltagsleben finden?

Das Forschungsergebnis meines Keramikprojektes wird sicherlich durch die Unterstützung unseres medizinischen Partners in der Augenheilkunde (und evtl. auch in der Schönheitschirurgie) seine Anwendung finden. Wir planen die Gründung einer Spin-Off-Firma, die davon meines Erachtens gut leben kann.

 

Auf der Suche nach spannenden Herausforderungen in aktuellen und innovativen Forschungsfeldern? Themen für interessante Projekt- und Abschlussarbeiten finden Sie bei uns.

Hier klicken