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Auslandssemester an der University of East London

Ein Erfahrungsbericht von Isabel Kluge, die zusammen mit ihrer Kommilitonin Nicola Holtmann-Seiler ein Semester an der UEL verbracht hat.

 

Vorbereitung: Bewerbung bei der Gasthochschule

An der Rheinischen Fachhochschule Köln verläuft die Bewerbung für ein Auslandssemester problemlos und man wird in vielerlei Hinsicht sehr unterstützt. Da es immer mehr Studierende gibt, die gerne ins Ausland möchten, gibt es natürlich ein Auswahlverfahren. Dabei ist die Motivation entscheidend, die bei einem entspannten Vorstellungsgespräch bei dem zuständigen Dozenten beschrieben werden kann. Die Noten spielen nur eine kleine Rolle, was wir als sehr angenehm empfunden haben, da es fair ist und großer Konkurrenzdruck vermieden wird.

Hat man sich für ein Auslandssemester entschieden, erhält man alle weiteren wichtigen Informationen und Papiere ca. zwei Monate vor Beginn des Auslandsaufenthaltes. Dabei braucht man sich an der RFH keine Sorgen machen, vergessen zu werden. Die Dozenten stehen einem hilfsbereit zur Seite, was die Fächerwahl und auch die Anerkennung der Fächer angeht.

Weitere Planung

Nachdem alle Papiere unterschrieben und formale Einzelheiten geklärt sind, geht es mit der Einrichtung eines Online-Accounts an der Gasthochschule, in diesem Fall der University of East London, weiter. Man bekommt von der zuständigen Person der Gasthochschule eine Mail mit allen erforderlichen Daten zugeschickt, um sich einen Account einzurichten und Zugang zu den Stundenplänen, Noten und dergleichen zu erhalten. Auch dabei steht einem die zuständige Person der Gasthochschule jederzeit zur Verfügung und ist behilflich. Durch die Sprachbarriere kann es für Auslandsstudenten etwas komplizierter sein, aber die Gasthochschule hat uns per E-Mail oder Telefon immer sehr nett weitergeholfen.

Unterkunft

Wir haben uns für ein Zimmer auf dem Campus entschieden. Hauptsächlich gibt es Wohnungen mit fünf oder sechs Zimmern, die alle über ein eigenes Bad verfügen. Die WGs in den Eastbuildings sind etwas teurer, verfügen über eine größere Gemeinschaftsküche und größere Einzelzimmer. Diese werden oftmals für Treffen in größeren Gruppen genutzt. Des Weiteren gibt es auf dem Campus der UEL so genannte Studios für Einzelpersonen. Die Studios sind etwas größer als die Zimmer im Eastbuildung, das liegt daran, dass sie eine kleine Küchenzeile im Zimmer integriert haben.

Allerdings kann ich nur empfehlen, sich für ein Zimmer in einer WG zu entscheiden, da man dadurch schneller Freundschaften knüpft und, wenn man möchte, nie allein sein muss. Jede Wohngemeinschaft hat eine Gemeinschaftsküche, die einmal die Woche von einer Putzfrau geputzt wird. Bezüglich der Sauberkeit, der Einrichtung und der Ausstattung gibt es nichts zu bemängeln. Treffen mit großen Gruppen in der Küche, ob zum Kochen oder an Abenden bis spät in die Nacht, waren nie ein Problem und es hat nie Ärger gegeben.

Der Campus befindet sich in Zone 3 von London und ist somit etwas weniger als eine Stunde vom Zentrum entfernt. Für Londoner Verhältnisse ist das in Ordnung, unter anderem weil London über ein hervorragendes Verkehrsnetz verfügt.

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Studium an der Gasthochschule

An der UEL muss jeder Student mindestens drei Kurse belegen. Jeder Kurs ist in eine Hausarbeit oder Gruppenarbeit und eine Klausur geteilt oder in zwei Hausarbeiten. Ein Fach ist in eine Vorlesung, einen Workshop und ein Seminar aufgeteilt. Das Seminar ist eine Art Tutorium. Das Niveau der Fächer war nicht sehr hoch bzw. nicht schwer, es kommt aber auch ganz darauf an, aus welchem Jahr man einen Kurs belegt. Meistens sind die Kurse aus dem dritten Jahr schwieriger als die aus dem ersten Jahr.

Anfangs hatten wir Bedenken, ob wir aufgrund der Fremdsprache zurechtkommen würden. Jedoch braucht man sich diesbezüglich gar keine Sorgen zu machen. Auch die Klausuren sind vom Niveau und der Sprache her gut machbar, es besteht die Möglichkeit, während der Klausuren ein Wörterbuch zu benutzen, sowohl Englisch-Englisch als auch Englisch-Deutsch.

Das Auslandssemester kann auch als Chance gesehen werden, mehr als drei Fächer zu wählen, um diese an der Heimathochschule angerechnet zu bekommen. Vier Fächer können beispielsweise eine gute Wahl sein, um weitere Kurse angerechnet zu bekommen und dennoch viel Freizeit zu haben. Bei Fragen zu Kursarbeiten oder Inhalten sind die Dozenten immer bereit zu helfen. Allgemein kann man sagen, dass das Personal an der UEL sehr nett und hilfsbereit ist.

Alltag & Freizeit

Der Alltag und die Freizeit in London lassen sich sehr vielseitig gestalten, da London eine Acht-Millionen-Einwohner-Stadt ist. Aber auch der Campus hat einiges zu bieten, um die Freizeit schön und aufregend zu gestalten.

Die „Students Union“ (SU), eine Organisation für die Studierenden an der Hochschule, organisiert viele Trips, an denen man für wenig Geld teilnehmen kann. Zum Beispiel hat die SU einen Tagestrip nach Oxford angeboten, an dem man für 7 Pfund teilnehmen konnte.

Die UEL hat ein sehr modernes „Sports Dock“, in dem sich neben mehreren Sporthallen auch ein Fitness-Studio befindet. Für Studenten beträgt der Beitrag zwischen 15 – 25 Pfund pro Monat. Es werden viele Kurse angeboten oder man trainiert für sich allein. Die Uni hat auch mehrere Sportmannschaften, wie z. B. Fußball, Volleyball oder Rudern. Diesen Mannschaften kann man beitreten und gegen andere Unis in einer Liga spielen.

Der Campus hat ein paar kleinere Cafés, in denen man sich gemütlich mit Freunden zum Kaffee oder auf einen kleinen Snack treffen kann. Eine Art Kantine gibt es auch, das „The Edge“, dort werden Frühstück, Mittagessen und auch Abendessen zu studentischen Preisen angeboten. Fußläufig vom Campus zu erreichen sind mehrere Supermärkte (ASDA, Lidl, Tesco) sowie eine Apotheke und kleinere Shops, in denen man Getränke und die nötigsten Lebensmittel besorgen kann.

Der Campus hat zwei Eingänge/Ausgänge, an beiden befindet sich direkt eine DLR (Docklands Light Railway) Station. Mit der DLR ist man in wenigen Minuten in Stratford, wo sich ein großes Einkaufszentrum (Westfield Shopping Center) befindet. Von Stratford aus gibt es viele verschiedene Bahn-Linien (Tubes), mit denen man ins Zentrum, aber auch in viele andere Stadtteile von London fahren kann. Ebenfalls befindet sich in Stratford ein Bahnhof, von dem man in andere Orte innerhalb Englands fahren kann. Das Bahnfahren in London ist nicht sehr preiswert, ein Monatsticket für Studenten (Zone 1-3) liegt bei ca. 92 Pfund pro Monat. Wenn man allerdings viel in der Stadt unterwegs sein möchte, lohnt es sich sehr, sich dieses Ticket anzuschaffen. Dafür muss man sich vorher online eine Student Oystercard (mit Lichtbild) bestellen, die einem nach wenigen Wochen zugesendet wird.

Die Stadt London bietet vieles. Es sollte für jeden etwas dabei sein – Kunst und Kultur gibt es in London sehr viel und die meisten Museen sind kostenfrei. Teilweise zahlt man für manche Ausstellungen extra, bekommt aber immer Studentenrabatt.

London hat mehrere Fußball-Clubs, die Tickets sind zwar teuer und es ist auch schwierig, an Tickets zu kommen, wenn sich aber die Möglichkeit bietet und man fußballinteressiert ist, sollte man so eine Gelegenheit nicht auslassen.

Das Nachtleben in London ist sehr vielseitig – es gibt viele verschiedene Szenen und Viertel, in denen an jedem Abend etwas los ist. Die meisten Pubs schließen bereits um 24 Uhr, einige Clubs haben aber bis 3 Uhr geöffnet. Allerdings gestaltet sich der Nachhauseweg dann
etwas komplizierter, da die Tubes und DLRs nur bis ca. Mitternacht fahren. In der Nacht muss man einen „Nightbus“ nehmen. Von der Innenstadt bis zum Campus braucht der N551 (Nightbus nach „Gallions Reach“) eine gute Stunde.

Wer sich für Musik begeistern kann, ist in London auch genau am richtigen Ort. In vielen Pubs gibt es Live-Musik oder kleinere Konzerte, und natürlich finden auch viele große Konzerte statt, zum Beispiel in der O2-Arena, welche man vom Docklands Campus aus sehen kann.

Am Wochenende kann man von London aus gute Trips in andere Städte unternehmen, zum Beispiel nach Oxford oder Cambridge. Die Unis dort sind sehr sehenswert. Ein Trip an einen Küstenort wie Brighton kann man auch nur empfehlen, und mit dem National Express Bus ist es recht preiswert.

Fazit

Das Auslandssemester in London hat sich sehr gelohnt, auch wenn London eine teure Stadt ist, was jedem, bevor er oder sie das Semester hier antritt, bewusst sein sollte. Das Leben auf dem Campus war sehr neu, aber eine Erfahrung wert. Uns persönlich hat es sehr gut gefallen.

Das Studieren in einem fremden Land ist zunächst anders und eventuell nicht immer ganz leicht, jedoch wird man von solch einer Erfahrung geprägt, und ich denke, man geht gestärkt wieder in sein Heimatland und seine Stadt zurück.

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