Locals 4 Locals – Nachbarschaft der Zukunft

Das digitale schwarze Brett für eine vernetzte Nachbarschaft

 

Ziel der Arbeit

Heutzutage kennen viele Menschen, die in Großstädten leben, ihre direkten Nachbarn nicht mehr, das Verhältnis ist eher zurückhaltend und distanziert. Die zwischenmenschliche Kommunikation beschränkt sich zumeist auf das Nötigste, und Hilfe bei kleinen und großen Anliegen wird selten im eigenen Wohnumfeld gesucht.

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Wo bekomme ich jetzt eine Bohrmaschine her? Wer gießt im Urlaub meine Blumen? Wer kann mir spontan einen Fahrradträger für mein Auto leihen? Die Antwort auf diese Fragen vermutet man nur selten in der eigenen Nachbarschaft.

Ziel dieser Arbeit ist es, das Ideal der nachbarschaftlichen Hilfe in die Moderne zu übertragen und den Austausch unter Nachbarn zu fördern.

Es ist ein guter Zeitpunkt, Nachbarschaft neu zu beleben: Die Bedeutung des Regionalen wird für Menschen wichtiger. Das eigene Viertel rückt mehr und mehr in den Lebensmittelpunkt und die Bereitschaft steigt, Dinge zu teilen und sie nicht nur alleine zu besitzen. Zusätzlich befinden sich in vielen Haushalten Werkzeuge oder Küchengeräte, die nur selten oder überhaupt nicht genutzt werden. Die Bewohner sollen von der Chancenvielfalt in ihrer unmittelbaren Umgebung erfahren.

Locals 4 Locals verbindet, was zusammengehört – die Nachbarschaft, das Veedel, den Kiez. Ziel ist es, ein modernes Netzwerk zu entwickeln, das für jeden zugänglich ist und alle relevanten nachbarschaftlichen Aufgaben bündelt. In Anlehnung an ein schwarzes Brett steht dabei einfache Verfüg- und Bedienbarkeit im Fokus, um sowohl Nachbarn mit hoher Medienkompetenz als auch Mitbürger mit einer möglichen Scheu vor Technik anzusprechen.

 

Umsetzung

Ausgelegt ist das Konzept insbesondere für Mehrfamilienhäuser mit mehren Mietparteien. Als Medium wird ein Touchscreen verwendet, der an zentraler Stelle im Hausflur platziert wird. Dieser ist wiederum mit anderen Touchscreens in der Umgebung verbunden, sodass ein Austausch auch über das eigene Haus hinaus möglich ist. Zusätzlich soll es eine mobile Version der Anwendung geben.

Locals 4 Locals soll keine Konkurrenz zu digitalen sozialen Netzwerken darstellen, sondern nachbarschaftliche Beziehungen ausbauen und unterstützen. Es geht nicht um das Anlegen und Pflegen eines Profils, sondern Suchende und Bietende in einem Wohnumfeld zusammenzubringen. Mit Hilfe der Kategorien „Tauschen und Leihen“, „Generationenhilfe“, „Betreuung“, „Hilfe und Dienstleistungen“ und „Carsharing“ können die Bewohner gezielt nach Angeboten suchen und selber ihre Hilfe anbieten. Über eine Eingabemaske können kurze Texte zum eigenen Angebot oder Gesuch verfasst werden. Alle Beiträge laufen auf dem digitalen schwarzen Brett zusammen und können von jedem Touchscreen aus eingesehen werden.

Die Bedienung des Interfaces erfolgt, ähnlich wie bei einem Fahrkartenautomat, über Touch-Gesten. Dies hat den Vorteil, dass auch nicht technikaffine Bewohner einen niedrigschwelligen Einstieg in das Medium erhalten. Die Komplexität des Designs ist auf das Nötigste reduziert, sodass das Eingeben von Inhalten einfach und intuitiv möglich ist.

Locals 4 Locals macht sichtbar, was bislang für viele Bewohner unsichtbar war: Hilfe und Unterstützung ihrer direkten Mitmenschen, darunter Fahrgemeinschaften, Tauschwillige, Hausaufgabenbetreuer, Einkaufshelfer für Senioren und viele mehr. Das nachbarschaftliche Interface fördert neben der Interaktion miteinander auch den verantwortungsvollen Umgang mit Konsumgütern: Das Teilen steht im Vordergrund, nicht das Besitzen.

 

Bachelorthesis von Philip Knittler, Sommersemester 2012
Betreuung: Prof. Katja Butt

Diese Arbeit wurde für den Kölner Designpreis 2012 nominiert.

 

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