Startseite »  Aktuelles »  Meldungen »  2018 »  Erfolgreicher Auftakt: „Promotion of Young Talents“
 
 

18.06.2018

Erfolgreicher Auftakt: „Promotion of Young Talents“

Mit der neuen Veranstaltungsreihe "Promotion of Young Talents" bietet das Europa-Institut für Erfahrung und Management ¬ METIS, der Verband "DIE FÜHRUNGSKRÄFTE" und das Studierendenparlament der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) talentierten Studierenden der RFH eine neue Plattform, ihr Wissen über hochrelevante Themengebiete einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Gesellschaftlich und wissenschaftlich zukunftsweisende Themen stehen im Fokus. Die Studenten aus dem Fachbereich Ingenieurwesen, Patrick Terber und Severin Fleckenstein, machten den Anfang und entführten das Publikum in die Welt der künstlichen Intelligenz.

15293155435250963580712251964_1529316332.46_mscTrd_img.jpg

Der Leiter des METIS-Instituts Prof. Dr. Werner Bruns, Mitveranstalter Philipp Schollmeyer vom Verband "DIE FÜHRUNGSKRÄFTE" sowie Lisa Humphrey als Vertreterin des Studierendenparlaments der RFH begrüßte die Referenten und das Publikum. Mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm führten Patrick Terber und Severin Fleckenstein das Publikum mit durch den Abend und gingen dabei auf die aktuellen Entwicklungen, Zukunftsvisionen, dem historischen Ursprung, als auch der moralischen und ethischen Verantwortung der künstlichen Intelligenz ein.

Text: Lisa Humphrey

Gleich zu Beginn verwies Patrick Terber auf unser liebstes Spielzeug: Das Smartphone - und machte deutlich, dass mit diesem Gerät die KI allgegenwärtig geworden ist. Jeder von uns ist tagtäglich von künstlicher Intelligenz umgeben. Angefangen von dem Schreiben von WhatsApp-Nachrichten, bei der uns die Autokorrektur ständig auf unsere Rechtschreibfehler hinweist über die Suchbegriffkorrektur bei Google und die Anfragen über Sprachassistenten wie Siri und Alexa, bis hin zur Kaufempfehlungen, die Amazon uns vorschlägt. Künstliche Intelligenz weiß was wir wollen, bevor wir es selbst wissen. Um diese Formen der künstlichen Intelligenz überhaupt zu ermöglichen, sind die Systeme auf Menschen angewiesen. Durch den ständigen Umgang lernen Systeme unsere persönlichen Präferenzen und individuellen Verhaltensweisen. Doch die Zeiten, in der die künstliche Intelligenz unser Schüler ist, sind nur der Anfang.
Severin Fleckenstein erklärte, dass es sich bei den zuvor genannten Beispielen nur um eine schwache Ausprägung der künstlichen Intelligenz handelt. Starke KI hingegen befindet sich derzeit noch in ihren Kinderschuhen und ist für Normalverbraucher so noch nicht verfügbar. Big Player wie Google, Facebook oder Amazon sind der starken KI jedoch auf den Fersen und investieren Milliarden an Forschungs- und Entwicklungsgeldern. Aber was genau ist starke KI? Das erläutert Serverin Fleckenstein dem gespannten Publikum ausführlich. Inspiriert ist diese Ausprägung der KI an den Lernprozessen des menschlichen Gehirns. Das so genannte "Machine Learning", aber auch das "Deep Learning" als Teilbereichs des Machinelearnings, bedienen sich an einem Abstraktionsmodell unseres Gehirns. Mittels neuronaler Netzwerke wird es Systemen ermöglicht, das Erlernte mit neuen Inhalten zu verknüpfen und somit einen weiteren, neuen Lernprozess in Gang zu setzen. Dies ist die Voraussetzung, um Systemen einzuräumen, selbständige Entscheidungen zu treffen, Prognosen zu stellen und diese zu hinterfragen.

Die ursprüngliche Idee der KI ist allerdings keine Erfindung des digitalen Zeitalters. Bereits in der Antike war das Streben nach Erleichterungen im Alltag präsent. So baute Philon im antiken Griechenland einen automatischen Kellner, der Wein einschenken konnte. Nach der griechischen Mythologie hat der göttliche Schmied Hepaistos, Talos einen bronzenen Robotergiganten erschaffen. Als weitere Meilensteine nannten die Referenten den Schachcomputer Deep Blue, der 1996 den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte. So schafften die Referenten einen fließenden Übergang zum heutigen Stand der KI. Vor kurzem hat Google ihr Machine-Learning System AutoML soweit entwickelt, dass der Entwurf von maschinellen Lernalgorithmen automatisiert stattfindet. So ist AutoML in der Lage das KI-System NASNet nach Fehlern zu überprüfen und diese zu beheben, indem es eigenständig komplexe KI-Modelle entwickelt.

Diese Entwicklung gibt einen Ausblick in Richtung Zukunft, trifft jedoch noch nicht bei jedem auf euphorische Begeisterung. So kritisiert Paypal-Gründer Elon Musk, dass die zukünftige KI eine Gefahr für die Menschheit darstelle. Dem stimmte auch der vor kurzem verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking zu und plädierte für eine Regulierung der KI.
Die ethische Debatte um KI sorgte für eine hitzige Diskussion zwischen Publikum und den Referenten. Auf die Frage, ob KI den Menschen ersetzen wird, antwortet Patrick Terber mit einem ganz klaren „Nein“. KI werde lediglich eine unterstützende Funktion im Alltag der Menschen haben, so die Meinung des RFH Elektrotechnik-Studenten. Für Zündstoff sorgte allerdings die Frage, nach welchen ethischen Grundprinzipien KI handeln sollte. Am Beispiel eines autonom fahrenden Autos demonstrierten die beiden Referenten die Problematik anhand folgender Situation: So muss ein autonom fahrendes Auto vor einer Kollision entscheiden, ob es den Fahrer schützt oder Passanten, die gerade einen Zebrastreifen überqueren. Für Diskussionen sorgte dabei vor allem die Meinung eines Zuschauers, der den Standpunkt vertrat, dass dies keine Frage ist, die den Entwicklern zusteht, sondern der Justiz. Patrick Terber begrüßte die Vielfalt an unterschiedlichen Meinungen und beendete anschließend die Diskussionsrunde.
Abschließend richtete Prof. Dr. Bruns ein Schlusswort an das Publikum und bedankte sich für das außergewöhnliche Engagement der beiden Referenten.

 

Sie haben Fragen zum Studium an der RFH Köln? Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder eine E-Mail.

Hier klicken

Wenige Schritte zu Ihrer Bewerbung

Hier klicken