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26.06.2018

Interdisziplinäre Exkursion nach Tallinn

Estland ist Vorreiter bei der Digitalisierung. Studierende des Digital Business Management (Master Vollzeit und weiterbildend) und der Wirtschaftsinformatik (Bachelor) konnten das Silicon Valley Europas im Rahmen einer Studienfahrt genauer unter die Lupe nehmen – fächerübergreifend.

Einen guten Einstieg in das dreitägige Programm bot ein Besuch des Riigikogu, des estni-schen Parlaments im Schloss Toompea. Eine Führung und die Erläuterungen durch einen Parlamentsmitarbeiter verursachten so manches Erstaunen, wie weit Estland bereits digita-lisiert ist. So wird das estnische Parlament durch ein digitales Kreuzchen (E-Voting) gewählt und arbeitet freilich auch selbst papierlos. Eine digitale Verwaltung (E-Government) befreit Bürger*innen und Unternehmensgründer von Papierkram und Warterei – und Behörden von Aktenschränken. e-Estonia, ein Land auf dem Weg zur E-Society.

Unternehmensbesuche im estnischen Silicon Valley

Nach diesen Grundinformationen standen Besuche zweier Unternehmen an, die die Digitali-sierung wesentlich vorantreiben:

Nortal ist einer der Top-Technologieanbieter zum Ausbau der digitalen Vorreiterrolle Est-lands. Das Unternehmen berät unter anderem Kund*innen der öffentlichen Hand (neben Estland auch zum Beispiel Quatar). Hendrik Lume, Senior Consultant (im Bild links), erklärte die Methoden der elektronischen Authentifizierung, von in Estland in jedem Supermarkt für wenige Euro erhältlichen Kartenlesegeräten bis zur Smart-ID, einer seit 2017 angebotenen kostenlosen App. Rund um Digitalisierungsvorhaben zeigte sich im Vergleich dazu in Deutschland ein großer Nachholbedarf. Als ein Fazit der lebhaften Diskussion ließ sich fest-halten, dass digitale Projekte oftmals scheitern, weil „die IT“ erst zu spät und nur zur Um-setzung einer bereits fixierten Planung eingeschaltet wird. Erforderlich ist hingegen bereits zu Beginn jeglicher Planung ein enges Zusammenspiel von Betriebswirtschaft und IT-Experten.

Icefire ist ein weiteres führendes Unternehmen, das unter anderem Technologien wie Blockchain und künstliche Intelligenz (KI) in seine Produkte einbindet. Zu den Softwarelö-sungen gehören Kreditkarten nebst der entsprechenden Sicherheit, die durch maschinenba-siertes Lernen und KI ständig eine Fortentwicklung erfährt. Auch im Rahmen dieses Besuchs wurden vielfältige Fragestellungen fachübergreifend erörtert. Und eine dritte Disziplin kam hinzu: Die Unternehmensjuristin klärte auf über den Umgang mit Datenschutz in Estland.

Prof. Nennen lehrt bei den Mastern Internetrecht und -ethik und bei den Wirtschaftsinfor-matikern IT-Recht. Eine wunderbare Gelegenheit, um auf die Bedeutung des Rechts hinzu-weisen – ebenfalls für jede Planungsphase.

Besuche des Radiosenders Raadio 4 Tallinn und der Technikhochschule rundeten das Fach-programm ab. Während der Sender Einblicke in seine (digitale) Arbeit bei wunderbarer Aus-sicht in seiner Dachetage gewährte, präsentierte die Hochschule zum Beispiel ihren KI-basierten Roboter.

Rahmenprogramm

Und natürlich enthielt die Studienreise auch ein Rahmenprogramm: Bereits am ersten Abend hatten die Studierenden der verschiedenen Fachbereiche und die drei Dozenten die Möglichkeit, sich im „Olde Hansa“ näher kennenzulernen. Das mittelalterliche Restaurant in der Altstadt von Tallinn serviert in entsprechender Atmosphäre Speisen nach Rezepten aus dem 15. Jahrhundert. Am Ende der Reise bot zudem eine zweistündige Stadtführung, nicht ohne Humor und Anekdoten, Einblicke in die Historie von Stadt und Land.

Fazit von Zsolt Györgyicze, Studierender Master Digital Business Management im zweiten Semester: „Eine in jeglicher Hinsicht gelungene Reise, das fachliche Programm, das Get-together und auch die ‚programmfreie Zeit‘ in dieser schönen Stadt“.

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